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„Nordstolz"-Zine (Deutschland) Stellt unseren Lesern bitte mal kurz Eure Redaktion vor und gebt uns einen Einblick, was Ihr beruflich, sowie privat so treibt! Skip, Tommy, Der Denker, Janine, Birte (Den Rest habe ich mal gelöscht, da das Private wohl nichts zur Sache tut!)
Für eine Debütausgabe war Euer Zine echt mehr als gelungen und es gefiel mir sehr gut. Ist irgendwer von Euch schreibtechnisch schon vorher aktiv gewesen? Vielen Dank erst mal für das Lob! Schreibtechnisch für ein Fanzine oder ähnliches war bislang keiner von uns tätig. 2 von uns haben lediglich Liedtexte verfasst, die teilweise auch veröffentlicht wurden. Im Deutschunterricht war der Denker immer recht gut, daher klappt es auch einigermaßen mit dem Fanzine schreiben. Insgesamt sind wir aber sehr begeistert dabei und bemühen uns weiterhin, qualitativ gut zu berichten.
Neben Euerm Zine bietet Ihr ja auch noch ein T-Shirt (für politisch Korrekte T-Hemd) und Folien für Fahrzeuge an und musikalische Produktionen sind anscheinend auch geplant. Gab es den Merchandise-Bereich bereits vor dem Zine, oder reifte alles mit der Idee ein Zine herauszugeben? Zunächst brannte uns einiges auf der Seele, was wir teilweise schon seit Jahren veröffentlichen wollten, jedoch entweder nie die Gelegenheit oder die Motivation dazu hatten, das zu realisieren. Von daher entschlossen wir uns zunächst ein Fanzine zu erschaffen. Beim Kreieren des Schriftzuges gefiel uns das Motiv so gut, dass wir uns davon je ein T-Hemd machen lassen wollten und die Mädels konnten sich das Logo auch gut auf einem Girlie-Shirt vorstellen. Fast jeder, der die Hemden sah, war begeistert und wollte eins haben, so dass wir zwangsläufig ein paar mehr anfertigen ließen. Einer von uns arbeitet in der Werbebranche, daher ergab es sich mit den Folienschriftzügen quasi von selbst. Bezüglich der Musikaufnahmen ist folgendes anzumerken: Da wir den Liedermacher „VSB" sehr gut kennen und er eine Aufnahme vertonen wollte, entschlossen wir uns kurzfristig dazu ihm unter die Arme zu greifen und uns darum zu kümmern. Dieser Sektor ist jedoch im Aufbau bei uns.
Wenn man Euer Zine durchstöbert, merkt man, dass es in Lübeck doch eine recht aktive Szene geben muß. Erzählt uns doch mal etwas über Eure Szene in und um Eure Marzipanstadt. Die Szene in Lübeck besteht seit den 80er Jahren. Das ist nun schon sehr lange her und es gab einige „Generationswechsel". Einige Skinheads der ersten Stunde stehen auch heute im Kontakt mit Jüngeren, was sehr lobenswert ist. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Szene ständig. Wie auch in anderen Städten gab und gibt es in unterschiedlichen Stadtteilen unterschiedliche Gruppen, die sich oft aber miteinander treffen und Veranstaltungen oder ähnliches besuchen. An Aktivitäten gab es besonders in den 90er Jahren so gut wie nichts, was von Lübeckern auf die Beine gestellt wurde. Das besserte sich in der letzten Zeit etwas und wie es aussieht, kann man noch einiges erwarten. Teilweise gibt es politisch engagiertere Kreise, aus dem auch der „Lübscher Aufklärer" hervorging, teilweise sind die Interessen eher auf „gemütliches Beisammensein" beschränkt. Musikalisch gab es früher einen engen Kontakt zu „Freikorps/Holsteiner Jungs", zu der Zeit entstanden auch die Lübecker Bands „Zerstörer" und „Oisturm". Die haben sich jedoch alle aufgelöst. Heute machen „Einherjer" hier ihre Musik. Wie in unserem Heft erwähnt, existiert eine Fußballmannschaft, die auch sehr engagiert ist. Über Lübeck selbst gibt es Romane zu schreiben, wer daran wirklich ernsthaft interessiert ist, kann sich aus den üblichen Quellen informieren.
Viele gute Zines (aus dem politischen Lager) entfernen sich immer mehr von der Berichterstattung über Oi! und RAC und gehen immer mehr in die Richtung NS-Black Metal. Wie seht Ihr diese Entwicklung? Alles entwickelt sich im Laufe der Zeit, daher ist es schwer spontan Sachen zu vergöttern oder andere zu verhöhnen. In den 30 Jahren hörte man in deutschen Landen auch ganz andere Musik als heutzutage. Und die ersten Skinheads lauschten mehr Reggae und Ska als sonst was. Mit der Punkwelle kam auch Oi! Und schließlich RAC mit in unseren Kult. Anfang der 90er fanden dann auch immer mehr Metal-Einflüsse in die Musik, was Ende des Jahrzehnts schon in Death/Trash Metal überging. Nun kommen eben immer mehr Black Metal Bands hinzu, was sicherlich Geschmackssache ist. Wir selbst kennen zu wenig dieser Bands, um ein objektives Urteil abgeben zu können. Selbst unser Musikgeschmack ist sehr unterschiedlich, Black Metal wird aber zumindest von einer Person von uns auch viel gehört.
Euer Biertest in Ausgabe 1 gefiel mir gut und inspirierte mich evtl. einen Teetest durchzuführen, da ich pensionierter, äh passionierter Teetrinker bin. Was haltet Ihr Nordlichter von gutem Tee? Auch wir ziehen uns gern mal unsere selbstgestrickten Pullis und Ökosachen an und diskutieren bei einem gewaltfreien Kamillentee über die Philosophie des Wassertropfens, der mit dem Morgentau auf dem Löwenzahnblatt seine Gestalt verändert. Nein, Spaß beiseite. Tee trinken wir zwar auch hin und wieder, aber da kennen sich die Kameraden an der Nordseeküste wohl besser aus.
Die gute alte Skinheadmode scheint immer mehr aus der Mode zu kommen, was traurig ist; stattdessen kleidet man sich inzwischen wie die Popper oder afft die Ami-Hardcoremode nach. Was haltet Ihr von dieser Mode? Früher sahen wir das recht „engstirnig" (oder soll man sagen konsequent?). Mit den Jahren betrachten wir das ganze etwas differenzierter. Wir für unseren Teil stehen noch auf die gute alte Skinheadmode, kennen aber mittlerweile mehrere, die mehr oder weniger in dem von Dir geschilderten „Outfit" herumlaufen. Wir wissen aber auch, wie engagiert sich einige davon für die Bewegung einsetzen. Sie organisieren Demos, entwerfen und fertigen Flugblätter und stehen anderen in nichts nach. In der heutigen Zeit ist es vielleicht wichtiger die Einstellung im Herzen zu tragen, als am Körper.
Wie bzw. wo ordnet Ihr Euch politisch ein und/oder unterstützt Ihr politische Organisationen oder Parteien? Wir setzen auf Einigkeit in der Szene. Deshalb organisieren wir Liederabende und gelegentliche Treffen. Parteipolitisch sind wir nicht engagiert, auch dieses Thema betrachten wir nach so vielen Jahren etwas differenziert. Zur Wahl geht aber JEDER von uns; wer behauptet, das sei sinnlos, ist ein Ignorant. Jede noch so kleine Stimme kann etwas bewirken, wann, wo und wie auch immer. Regelmäßig auf Demos gehen eigentlich nur zwei von uns. Es bestehen einige Kontakte zu politischen Bündnissen, dort Mitglied ist jedoch keiner von uns. (frei – sozial – national)
Worüber würdet Ihr gerne mal schreiben und was würdet Ihr nie veröffentlichen? Wir schreiben über fast alles, worüber wir gerne schreiben würden; außer natürlich die Themen, über die wir nicht schreiben dürfen. Nie veröffentlichen würden wir (s.o.) Themen, die wir nicht schreiben dürfen. Abgesehen davon: sag niemals nie! Momentan würden wir spontan antworten: Wir veröffentlichen nie Berichte, von denen wir wissen, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen und unserer Meinung nach uninteressante Berichte, kritische Äußerungen über mühevoll umgesetzte Szeneprodukte bzw. Aktivitäten (s. Anmerkung im Inhaltsverzeichnis unserer Nr.1).
Nun könnt Ihr grüßen, fluchen, hetzen oder machen was Ihr wollt... Vielen Dank für das Interview! Hetzen und Fluchen sparen wir uns. Grüße gehen an alle treuen Kameraden, mit den wir jahrelang mehr oder weniger zu tun hatten. Laßt Euch nicht unterkriegen! Weiterhin viel Erfolg mit dem „Meinungsfreiheit"-Zine! |