Faustrecht (Deutschland)

Obwohl Euch eigentlich jeder kennen dürfte, kommt Ihr um `ne kurze Bandvorstellung nicht herum. Wie sieht das aktuelle Lineup aus?

Unser aktuelles Lineup besteht aus:

Michi, 34, Bassist, Gartenbauer, verheiratet, zwei Kinder

Daniel, 26, Drummer, angehender Bautechniker, angehender Vater

Benny, 24, Gitarre, Lagerarbeiter

Rainer, 32, Gitarre, Maler

Nogge, 35, Gesang, Maschinenbautechniker

Und ich, Nogge, denke eine Bandvorstellung kann ich mir ziemlich schenken, da uns die meisten ja kennen dürften.

 

Euch gibt es ja nun auch schon „einige" Jahre und es gab ja leider auch `ne Auflösung. Was führte zu dieser und wer oder was bewegte Euch dazu, weiter zu machen?

Nach den Aufnahmen zu unserer „Klassenkampf" CD standen natürlich wieder Live Gigs an. Aber unserem damaligen Gitaristen und Schlagzeuger wurde der ganze Rummel und die Reiserei von Konzert zu Konzert einfach zu viel und Sie brachten einfach nicht mehr den nötigen Einsatz um eine Band am Leben zu erhalten. Und da wir keine halben Sachen machen, haben wir beschlossen uns aufzulösen. Aber der Michi und ich bemerkten schnell, daß ohne Band einfach ein wichtiger Teil in unserem Leben fehlt und so haben wir uns neue Musiker aus unserem Kameradschaftskreis gesucht und die Band reaktiviert. War zwar ein hartes Stück Arbeit die neuen „Musiker" auf den benötigten Stand zu bringen, aber wir haben uns eben durchgebissen.

 

Neben Eurem guten Demo, wurde ja auch das Debutwerk auf den Index gesetzt. Bewegten diese „demokratischen" Willkürakte gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung ein Umdenken, was Eure Texte betrifft?

Wir haben von Anfang an versucht die Texte einigermaßen anspruchsvoll und politisch zu gestalten. Und uns war auch klar, daß „Macht & Ehre" Texte für uns nicht in Frage kommen und auch nicht unserer politischen Sicht der Dinge entsprechen. Die Texte des Demo Tapes wurden von einem unabhängigen Anwalt geprüft, der dann einfach mitverklagt wurde als das Demo wegen des „Sharp" Liedes auf dem Index landete. Der Rechtskampf um dieses Lied zog sich über vier Jahre hin und hat sehr viel Geld und Nerven gekostet. Diese Erfahrung hat uns natürlich noch einmal vorsichtiger gemacht, und seither lassen wir alle Texte, die veröffentlicht werden, von zwei Anwälten auf Herz und Nieren prüfen.

Aber ein generelles Umdenken über die inhaltliche Aussage unserer Texte gab es natürlich nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben, denn wir lassen uns das Denken nicht verbieten. Mann muß in der BRD nur eben ein wenig vorsichtig sein, wie man seine Ansichten legal zu Papier bringt.

 

Neben deutschen Texten finden sich immer wieder englischsprachige Titel, aber auch südeuropäische Textpassagen oder Lieder auf Euren Scheiben. Wie kamt Ihr darauf und seid Ihr sprachlich so begabt, oder müßt Ihr alles mühsam erlernen?

Es wäre ja sehr schön wenn mir oder dem Michi die Sprachbegabung in die Wiege gelegt worden wäre, aber das ist leider nicht so. Der Michi spricht zwar mittlerweile ein wenig Spanisch, aber es war immer ein relativ steiniger Weg, bis die Italienischen und Spanischen Texte eingesungen warn. Für das Lied „Avanti Italia" waren uns unsere italienischen Kameraden Jaas und JanLuca im Proberaum bei der Übersetzung der Texte und deren Aussprache behilflich. Aber da wir in Italien und Spanien immer sehr herzlich empfangen worden sind, hielten wir es für eine gute Idee, die guten „Gastgeber" mit einem Lied oder zumindest einer Liedpassage zu ehren.

 

Politisch geht Ihr mit sozialrevolutionären Texten, zumindest in der brd, einen ziemlich eigenständigen Weg und laßt die zigtausend Mal besungenen Klischees weit hinter Euch, was vielen, einschließlich mir, gut gefällt. Wie seht Ihr es, daß nicht nur in der Musik (was das Textliche betrifft), sondern auch auf politischer Schiene immer noch Denkmuster von gestern bestehen?

Es ist nun mal eine Tatsache, daß die Zeiten sich ändern und damit auch die Gegebenheiten für die Politik. Der Nationalsozialismus Hitlerscher Prägung entstand geistig schon im 19. bzw. Anfang des 20 Jahrhunderts und war eine Antwort auf die Probleme der damaligen Zeit. Aber wir stehen realpolitisch heute vor einer anderen Welt, die durch moderne Medien, Internet und einer so genannten „geistigen Freiheit" geprägt ist. Auch globale Probleme wie die Umweltverschmutzung und die Klimaveränderungen können nicht mehr von einem Volk allein gemeistert werden. Mit diesen Tatsachen muß man sich abfinden oder arrangieren, daran führt kein Weg vorbei. Aber es darf eben nicht passieren, daß trotz globaler Verständigung, die Interessen des eigenen Volkes und die Beachtung der Eigen- und Besonderheiten des Volkes vernachlässigt werden. Deutschland ist unser Heimatland und wir möchten es in seiner ethnischen und kulturellen Homogenität erhalten. Uns ist diese „Monokultur" eben näher, als die von höheren Mächten fremd gesteuerte „Multikultur", die unweigerlich zu einer ethnischen Katastrophe führen wird. Neben der ethnischen Seite des politischen Kampfes steht der Kampf um eine gerechte Wirtschaftsordnung. Wirtschaft, Leistung & Wettbewerb sind notwendige Übel, aber Sie müssen im Endeffekt dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Wirtschaft. Diese „dritte Position", jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, ist eben der völkische Sozialismus. Aber das ganze Thema in einem Interview zu klären, geht wohl ein wenig zu weit.

 

Immer mehr politische Aktivisten trennen sich von der Skinheadszene und machen nun auf Hatecore, um so mehr Anklang beim Volk zu erlangen. Ich sehe dies eher kontraproduktiv, da ein total zugepiercter und mit Ketten behängter und in zu großen Hosen rumrennender Jugendlicher sicher abschreckender wirkt, als ein smart gekleideter Skinhead mit 3mm Cut, Sherman, Jeans und Martens. Somit wird der traditionelle Skinhead auf Veranstaltungen meist scheel angesehen. Wie seht Ihr dies?

Es ist ja wohl eine riesen Lachnummer, wenn dies Leute behaupten. Sie verlassen die Szene um mehr Anklang in der Bevölkerung zu finden. Fakt ist ganz einfach, Skinhead sein ist aus der Mode gekommen und Hatecore ist IN! Dabei spielen politische Erwägungen überhaupt keine Rolle. Von mir aus soll jeder machen was er für richtig hält, und wenn man über bestimmte Personenkreise nichts Positives sagen kann oder will, ist es vielleicht manchmal besser sein Mundwerk zu halten. Das gilt für beide Seiten.

Ich möchte nur ein kleines Beispiel anführen. Der Führer der Münchner Autonomen NS Szene ist ein 21 jähriger, Arbeitsloser der in seiner Wohnung Haschisch anbaut und mit seinem Drogenkonsum auch noch hausieren geht. Wenn das die Leute sind, die für Deutschlands Zukunft stehen, haben wir keine Zukunft.

Wir waren schon immer eine Skinhead Band und werden es auch bleiben. Wir sehen keinen Grund unsere Ideale in Frage zu stellen. Und ich bin stolz darauf auch mit 35 Jahren noch sagen zu können: Skinhead ist mein Way of Live!

 

Euer Stil hat sich über die Jahre kaum geändert und Ihr spielt immer noch geilen alten RAC. Andere Bands hingegen haben längst ihre Ursprünge verlassen und spielen nun härtere Musik, was ich bedaure, da mir der ganze Hatecorekram nicht zusagt. Kommen für Euch musikalische Experimente in Frage?

Wir versuchen die Musik zu spielen, die uns gefällt. Und das ist halt nun mal R.A.C. . Um richtig guten Hardcore überhaupt spielen zu können, muß man musikalisch schon einiges auf dem Kasten haben. Aber ein bewußtes Umschwenken auf irgendeine andere Art von Musik kommt für uns nicht in Frage, was aber eine Weiterentwicklung nicht ausschließt.

 

Textlich laßt Ihr Eure Skinheadroots nie außen vor, was viele sicher begrüßen. Was bedeutet es heutzutage für Euch, Skinheads zu sein?

Ich spreche jetzt mal nur für mich. Ich bin seit meinem 16- Lebensjahr Skinhead, ich liebe den Style, die Working Class Attitüde, die Musik und die inneren Werte wie Freundschaft, Unangepaßtheit und Loyalität. Ich habe keine Lust mit dem Rest der Gesellschaft zu schwimmen, ich will nicht so sein wie 95 % der Bevölkerung und nicht jedem Trend nacheifern. Ich habe mich für diesen Weg des Lebens entschieden und habe keine Veranlassung meine Entscheidung zu überdenken. Ich fühle mich sehr wohl dabei, der etwas andere, unbequeme Stachel im Arsch unserer Deppengesellschaft zu sein. Ich habe im Laufe der Jahre viele Leute kommen und gehen sehen, aber in 90% der Fälle, die sich aus der Szene verabschieden, spielten einfach charakterliche Unzulänglichkeiten eine Große Rolle. Die Skinheadszene zieht naturgemäß auch viele, ich nenne es jetzt mal einfach so, „subversive" Elemente an, die gar nicht zu unseren Idealen stehen können. Aber ich habe in all den Jahren auch sehr viel Gutes erfahren und Freunde fürs Leben gefunden. Solange es Leute gibt gibt, die hinter den Werten unseres Kultes stehen, lebt die Szene. Und wie heißt das schöne Sprichwort: Skinheads never die.

 

Das „Klassenkampf" - Album war mehr als geil, dennoch finde ich, daß Ihr mit „Ein Blick zurück im Zorn" noch einen drauf legen konntet. Seht Ihr es auch so und was paßt Euch an der Scheibe nicht, wenn es da etwas gibt?

Im Nachhinein gibt es immer ein paar Sachen, die man hätte besser machen können. Insgesamt sind die Lieder vielleicht etwas zu lang. Auch den Gitarren und Schlagzeug Sound würde ich heute anders produzieren. Na ja, was solls. Insgesamt sind wir mit dem Album aber schon zufrieden. Es ist sehr schade das wir die Coverversion von Vengeance „Forward into war" aus rechtlichen Gründen nicht auf die Cd packen konnten, das wäre noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen.

 

In den Jahren Eures Bestehens erspieltet Ihr Euch nicht nur live einen internationalen Ruf und Ihr spielt ja auch oft im Ausland. Erzählt doch mal etwas über Eure Erfahrungen mit den Konzertbesuchern im Ausland, Eure Eindrücke von den Auslandskonzerten usw. usf.

Soll ich hier ein Buch schreiben? Ja, wir waren die letzten paar Jahre sehr viel unterwegs und haben sowohl in Deutschland als auch im Ausland überwiegend gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Am meisten bewegt uns immer wieder mit welcher Gastfreundschaftlichkeit wir in vielen Ländern empfangen werden. Auch der persönliche Einsatz, den viele „Gastgeber" bringen, ist schon bewundernswert. Besonders unsere „Einsätze" in Spanien und Griechenland waren ein großes Erlebnis für uns, sollten so manchen Veranstaltern zum Vorbild dienen. Es gab aber auch vereinzelt Vorfälle, die uns nicht so ganz geschmeckt haben, aber darüber schreiben wir gerade in Lied mit dem Titel: We don´t pay for our Beer anymore! Alles klar?

 

Das Titelstück des aktuellen Albums „Ein Blick zurück im Zorn" beschreibt sehr gut, was jeder von uns kennen dürfte. Habt Ihr das Lied aus persönlicher Erfahrung geschrieben, oder ging es Euch um das allgemeine?

Wie schon in einer Frage beschrieben, handelt es ich um persönliche Erfahrungen. Als ich den Text geschrieben habe, mußte ich einfach die vergangenen Jahre Revue passieren lassen. Aber es macht schon betroffen, wenn man in die Vergangenheit zurückblickt.

 

Mit „Royal Arch" besingt Ihr die Bedrohung der Freimaurerei, was meiner Meinung nach viel zu selten von Bands aufgegriffen wird. Was bewegte Euch zu diesem Song?

Die Freimaurerei ist einfach eine Schattenmacht in vielen Gesellschaften unserer Welt. Und da die so genannten Freimaurerwerte von „Freiheit, Gleichheit & Brüderlichkeit" nur für Ihresgleichen gelten, sind Sie eine Gefahr. Wir wollen mit vielen Menschen gar nicht gleich und Brüderlich sein.

 

Wen oder was wollt Ihr mit „Holders of gold" ansprechen?

Ich denke es sollte jeder wissen wer die Holders of Gold sind, oder! Es gibt nur eine Minderheit, die weltweit die Fäden in der Hand hält. Mehr sollte ich aus rechtlichen Gründen hier nicht sagen. J

 

Was können wir dieses Jahr von Faustrecht erwarten?

Ich denke mal ein paar ganz gute Konzerte und vielleicht gegen Ende des Jahres eine neue CD! Laßt euch überraschen!

 

Nun habt Ihr Zeit für abschließende Worte, Grüße und dergleichen.

Vielen Dank für das Interview. Grüße gehen an alle Aufrechten!

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