Riskiert mal ein Ohr…

Wie auch schon bei den Zinebesprechungen veröffentlichen wir hier aus Platzgründen nur aktuelle Besprechungen für die neue Nummer, sowie die der letzten Ausgabe.

Textfeld: Jimmy Cliff „Best of...“
Nochmal Reggae, nochmal Mainstream, nochmal „Best of...“. Drei Gründe diese CD zu besprechen. Nicht wirklich, oder?!? Eigentlich suchte ich eine CD von JC, wo sein Brett „King of kings“ drauf ist, wurde aber nicht fündig und so muß weiterhin das geile Cover von Evil Conduct herhalten. Und als kleine Entschädigung gibbet ein Video des Originals auf unserer myspace-Seite...;-) Aber zur Scheibe selbst. Spätestens mit seinem Hit “Reggae nights“ wurde Cliff bekannt, obwohl das Lied schon eher ein Schmachtfetzen ist. Auf dieser Compilation sind dann auch eher die einfacher gestrickten Sachen drauf und das ist auch gut so. Neben mir unbekannten Hits gibt es auch bekannte Songs wie „Wild World“ und „You can get it if you really want“ zu hören. Im Booklet findet sich eine kleine Biografie und das Heft ist ohne großes Artwork oder Fotos. Interessant ist vielleicht noch, daß die CD auf einem Sublabel von „Island Records“ erschien.

Mr. Symarip „The Skinheads dem a come“

Hat auch schon drei Jahre auf dem Buckel, sollte aber dennoch Erwähnung finden. Auch für Leute ohne Hang zum Skinhead-Reggae und Ska dürfte Symarip ein Begriff sein und bei diesem Album handelt es sich um eine Scheibe des Frontmannes Roy Ellis. Mit dieser Scheibe wollte der Symarip-Sänger und Textschreiber laut Netzrecherche an den Skinheadklassiker „Skinhead Moonstomp“ anknüpfen. Grund genug, mir das Ding zu holen... und siehe da, ich bekam das Album nicht mehr aus dem Spieler, geschweige denn aus dem Kopf...;-) Der Kracher schlechthin ist auch der Titelsong. Müßte man ein Lied wählen, welches „Skinhead Moonstomp“ das Wasser reichen kann, wäre es wohl am ehesten dieser Song! Allerdings sollte man die anderen Titel dadurch nicht vernachlässigen, denn es sind alles Kracher! Einzige Ausnahme ist der für mich etwas zu schwache Opener „Wang yu“. Das Album kommt im Digipack mit Booklet in recht schlichter Aufmachung, aber mit Songtexten. Tip: Hört das Titelstück etliche Male und hört Euch dann die anderen Hits mehrmals an. Schon jetzt eine meiner Lieblingsscheiben des Sommers...;-)

Textfeld: Indecent Exposure „Live in Hildesheim 2008“
Leider verpaßte ich dieses Konzert der Oi!-Legende und war auch immer zu geizig, mir das Album für über 20 Tacken im Netz zu ordern, denn mit Szene hat dieser Preis mit Sicherheit nichts mehr zu tun!!! So holte ich beides dieses Jahr nach, ich schaute mir IndEx live an und kaufte dort auch gleich das Album für schmaleres Geld...;-) Da etliche so von diesem (dem 2008er) Konzert schwärmten, war ich echt gespannt, wie das Ganze aus der Konserve rüber kommt. Vom Sound her kann man nich' meckern, allerdings fehlt mir etwas das Publikum, was echt zu wenig eingespielt wurde. Dennoch kommt der Hörer in den Genuß dieses Konzertes und die Ansagen von Milky lassen dann auch Livefeeling aufkommen. Es gibt fast alle Hits zu hören. „Rocking the reds“ spielten sie ja, trotz Forderungen aus dem Publikum, nicht, das holten sie aber dieses Jahr nach. Dafür zollten sie mit „Deutschland mein Deutschland“ (im Original „England my England“) ihren deutschen Fans Tribut und als Bonus gibt  es noch zusammen mit 4 Skin Gary Hodges einige Klassiker der 4 Skins. Das Booklet (ich nenne es mal so, obwohl die Seitenzahl nicht dafür spricht...) kommt mit Danksagungen, einer History und bunten Bildchen. Wer die CD für unter 20 T€ sieht, sollte auf jeden Fall zugreifen!
Textfeld: Die Siffer „Nazis ham 'ne Scheißfrisur“
Humor ist, wenn man trotzdem lacht, gelle?!? Allein der blöde Titel und das Cover ließen mich zu dieser CD greifen. Trotz schlechter Aussprache im Titelsong, „Lern ma deutsch...!“, kommt dieser doch recht humorvoll rüber. Und spätestens bei „Günther Netzer Scheitelgott“ hatten die Siffer auch mich begeistert.... Nun gut, die Texte sind typisch Deutschpunk und Klischee. Ab und an wird mal in Skagefilden gewildert, aber ansonsten nur Durchschnitt. Das Booklet ist billich gemacht und mit viel Werbung für „Nix Gut“, dat finde ich nix gut. Amy Sand ist, daß auf dem einen Livefoto fast nur Kiddies zu sehen sind, die eher den Hippies zuzurechnen sind, Siffer halt. Sifferfans haben aber auch Scheißfrisuren... Ansonsten nichts großartiges mit provokativem Titel. Für FrOi!nd und Feind...;-)

Sampler „True Motown“ 3 CDs

Dieses Label hat ja auch einen Ruf in Skinheadkreisen, brachte es doch einst viel Soul und Northern Soul raus und um mir vielleicht günstig ein paar Perlen zu sichern, holte ich mir den Sampler. Leider outet sich das Teil ziemlich schnell und zeigt, daß er mehr auf das Mainstreampublikum abzielt und weniger den Sammler anspricht. Findet man auf der ersten CD noch einige klassische Songs von den Supremes, so ist die zweite CD im Bunde auch noch hörenswert. Bei CD 3 dachte ich, meine Anlage ist auf Radio umgesprungen und spielt 80er in Reinkultur. Es liefen Lieder von Rockwell, Michael Jackson und Lionel Richie. Sicher waren und sind diese Popstars auch bei „Motown“, aber sie passen hier nicht rein. Man hätte da 'ne Extra-Reihe machen können. Aber den Kapitalisten geht es sicher darum, zu zeigen, welche“Hochkaräter“ das Label bereichern. Die CD kommt im Pappschuber und alles ist in schwarz-weiß Optik. „And remember – the first monday of the month is Motown monday!“

Textfeld: The Warriors „Unite the scene“
Hier das aktuelle Werk der British Oldsters. Alles schön angepißter, unangepaßter Oi! Konnte mich das Werk beim ersten Hören nicht gerade vom Barhocker schubsen, so entwickelt die Scheibe ihr British Finest Bouquet erst nach zwei – drei X hören. Ehrlich gesagt bin ich auf diese Band erst durch den Gig in Osnabrück richtig aufmerksam geworden, obwohl die                                                                                                 älteren Alben schon länger in meiner Sammlung sind. Schande über mich!!! Mit „Political crossfire“ bekommt die britische Politik das, was sie verdient, einen musikalischen Arschtritt. Bei „The future is unwritten“ ehrt man nicht nur Joe Strummer, sondern auch die Punkband schlechthin, nämlich The Clash. Schönes Ding! Aber auch Lieder wie das Titelstück, „Kill your boss“, „S.N.A.F.U.“ und „Be a man“ sind Lieder mit Aussagen. Diese Band hat immer noch was zu sagen und das ist auch gut so! Einen Smasher wie „Gary Bushell“ hat das Album leider nicht, aber die Scheibe liegt auch so textlich und musikalisch überm Durchschnitt. Die Aufmachung ist patriotisch im Union Jack gehalten und neben Texten, Fotos und Grüßen kann sich auch das Artwork sehen lassen, leider nur ein aufklappbares 8 Seiten Faltblatt, aber who cares?!?

The Eksplorersz (The Explorersz) „Le bal des neuks“

Von dieser Band hatte ich bisher noch gar nichts gehört und war um so neugieriger, als ich die Scheibe aus dem Postfach zog. Sagte man mir noch, daß es 'ne Mischung aus Oi! und Reggae ist, so bin ich eher der Meinung, daß hier klassischer Rock'n'Roll mit Ska und Reggae gemischt wird und das klingt verdammt geil! Die Band hingegen scheint aus Skinheads zu bestehen und so bringt man kurzerhand auch Symarips „Skinhead Moonstomp“ und Derrik Morgans „Night at the hop“ in ein Eksplorersz-Gewand, geil! Aber auch die eigenen Lieder haben es in sich und rocken und skanken wie Sau...;-) Leider besteht auch hier 'ne Sprachbarriere, doch im Booklet findet man ab und an einige ErlOi!terungen auf englisch. Insgesamt tummeln sich fette 25 Songs auf der Scheibe und Ihr erhaltet darüber hinaus ein dickes Booklet mit Texten und Fotos und guter Aufmachung. Die CD macht echt Lust auf mehr!

Bootprint „A part of us...“

Noi!es aus dem Hause “Dim“. Diese Band kommt aus Kanada und sie war mir bis dato unbekannt. 12 Songs plus Intro und Outro bringen mir die Band nun näher und das ist auch Wowereit...;-) Musikalisch liefern die Mannen einen mittelschnellen Oi! ab und covern dann auch gleich mal Condemned 84 und Brutal Combat, schönes Ding. Neben englischen Stücken gibt es auch Lieder in französischer Sprache. Textlich beackert man u.a. Themen wie Kameradschaft, Anti-Drogen und Medien. Natürlich kommt der Kult auch zur Sprache und rundet die schöne Scheibe auch textlich nochmal ab. Obwohl das Ganze ziemlich rau klingt, fehlt hier nicht die Melodie. Erinnert stark an Amisachen der frühen 90er. Das Booklet ist in s-w gehalten und ist schön aufgemacht. Neben den Texten gibt es noch einige Fotos, sowie Danksagungen und Grüße. Was will man Salzwasser, ähm mehr?!?

Textfeld: No Alliance „Just getting started...“
Nochmal Kanada und ich möchte sagen, daß zumindest ein Mitglied auch bei Bootprint ist und wo wir schonmal bei Gerüchten sind: entgegen aller Gerüchte geht es hier mit schnellem Oi! zur Sache. Alle Songs sind in englischer Sprache und Lieder wie „We don't follow“, „We are Skinheads“, „Politics“, „We're too drunk“ und „We want more beer!“ dürften genug Einblicke in die Texte geben, oder??? Der Sound geht gleich ins Ohr und die Refrains bleiben schnell hängen. Schonmal sehr gute Voraussetzung für 'ne hitverdächtige Scheibe. Punktet die CD noch auf ganzer Linie, so gefällt mir das Klappcover zwar von der Aufmachung, aber es könnte schon etwas mehr sein... Dennoch eine geile Scheibe, die auch nach mehrmaligen Hören immer noch rockt!

Rancid „Let the dominoes fall“ Expanded Version Do-CD plus Making of DVD

Frustkauf? Kauf aus Langeweile? Nicht gewußt, wohin mit dem Geld? Das könnten einige Gründe sein, mir 'ne CD für bald 18 Tacken zu holen. Aber es ist ja auch nicht einfach nur 'ne CD. Neben der regulären CD inkl. Bonussingle, gibt es noch eine Akustikversion des Albums, das komplette Making of der Platte auf DVD, 3 Poster und 4 Plaste-Plektrums. Hier ist die Frage berechtigt, wer das ganze Gedöns braucht, aber der Reihe nach. Rancid sind immer irgendwie an mir vorbeigegangen und außer einigen Stücken auf Samplern habe ich nichts von ihnen. Warum also nicht mit dem brandneuem Album (erschienen im Juni d.J.) den Punkhorizont etwas erweitern?!? Gesagt, getan...;-) Das reguläre Album kommt mit vollen 19 Songs daher und irgendwie klingen die Mannen jetzt nach 'ner geilen Mischung aus Social Distortion und Green Day. Das sind Melodien, die im Ohr bleiben, besonders bei „New Orleans“ frißt sich die Melodie fest. Hier und da sind noch Folk-, Rockabilly- und Skaanleihen zu hören und spätestens da wird einem wieder bewußt, daß man Rancid hört. Skaanleihen waren ja stets Begleiter dieser Band. „L.A. River“ ist ein melodisches Rockabillystück,welches ich mal als zweiten Anspieltip nennen möchte und ich habe sicher noch einen dritten Wunsch frei und so wünsche ich mir dann das Titelstück als dritten Hit. Nun gut, ob man das Album noch als Akustikversion braucht, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Aber ich höre sowas in ruhigen Stunden mal ganz gerne und so muß ich dann nicht immer wieder Hannes Wader oder Bob Dylan hören...;-) Auch haben die Amis hier nicht einfach ihre Lieder auf der Gitarre abgeklimpert und so bekommen einige Songs so eine ganz andere Vertonung und das kann sich hören lassen. So ist hier nichts doppelt gemoppelt.  Hier gibt es Folk- und Country- und gar Polkaanleihen gepaart mit Balladen. Die DVD ist leider in Negativaufnahme und macht das Ganze nicht gerade zum Sehvergnügen, obwohl die Interviewpassagen und der weibliche Begleittext sicher interessant sind, aber ich konnte mir das nicht komplett antun, da es echt dem Auge schadet. Nun zur Aufmachung: Das Ganze kommt im Pappschuber, in dem sich ein aufklappbares Digipack mit den 2 CDs und der DVD befindet. Hier findet man auch drei doppelseitige Poster (bei einem sind die Texte auf der Rückseite), sowie die Plektrums aus Plastik, diese sind mit den Köpfen der Band bedruckt und auf der anderen Seite das Bandlogo und der Albumtitel. Wer nun diesen ganzen Fanmerch braucht, weiß der Sturzflug oder Geier... Der traditionelle Punkrocker wohl net, da wohl eher die Kiddiepunx und Möchtegernaußenseiter  mit reichen Eltern... Alles ist übrigens in Negativoptik gestaltet, oder einfach: man erkennt so gut wie nüscht. Wenn auch der Kommerz hier echt übel mitspielt, kann ich das Album von der Musik her echt empfehlen. Wer noch bedenken hat, den kann ich beruhigen, denn die CD ist ab 0 Jahren freigegeben.

 

 

Textfeld: Discipline „Old Pride New Glory“ Do-CD
War ja nie groß „Fan“ dieser Popstars, aber diese Scheibe wollte ich dann doch haben. Hat es sich gelohnt?!? Der Reihe nach. Mein erstes Werk der Holländer war 'ne EP-Collection auf CD mit lauter Hardcoregebolze zum Ende der 90er und das war nichts für mich. Als Discipline dann melodischer wurden, war es schon die Kommerzschiene und so fuhr der Zug an mir vorbei. Allerdings muß ich den Jungs Anerkennung zollen, da sie wirklich Können vorweisen. Als ich dann irgendwo las, daß es von ihnen 'ne reine Cover-CD gibt, war klar, daß ich das Werk ausnahmsweise haben wollte. Ich steh total auf Coversongs, aber sie müssen gut gemacht sein und die Grundlagen sind ja vorhanden...;-) Beim ersten Hören war ich noch nicht so angetan, aber ein-zwei Mal öfter reingesluscht und das Ding funktioniert. Discipline covern sich hier quer durch Songs von Hardrock über Hardcore und von Punk bis Oi!, aber auch Slade und Billy Idol werden bedacht, also das volle Brett. Einige Songs sind echt voll geil, andere hingegen können nicht ganz punkten. Dennoch geil die Songs mal im anderen Gewand zu hören. Insgesamt sind es 30 Lieder, sodaß wohl für jeden was dabei ist. Die Aufmachung ist dürftig und lediglich zur ersten CD sind Erläuterungen zu den Liedern. Das Foto setzt die Jungs dann wieder vollends ins Abseits, da Poloshirts von Lacoste hier vorherrschen, aber 'ner Hardcore-Popband angemessen. Obwohl die CD mir gefällt, will ich nicht sagen, daß es nun ein Pflichtkauf sein soll...

Bettina Greve „Auf Kurs – Die Johnny Cash Biografie“ (Hörbuch, gelesen von Peter Lohmeyer)

Auf einem meiner Supermarktstreifzüge stolperte ich über dieses geile Hörbuch und das für 'nen 5er...;-) Eingefleischte Leser der MF werden wissen, daß ich totaler Cash-Fan bin. Und obwohl ich schon eine Comicbiografie und eine Buchbio habe, kam ich hier nicht dran vorbei und das ist auch gut so. Neben Sachen die bekannt sind, erfuhr ich hier auch noch mir unbekannte Dinge. Gelesen wird das Ganze übrigens vom Schauspieler Peter Lohmeyer, dessen Stimme und die Art des Vortragens läßt keine Langeweile aufkommen. Aufgepeppt sind die 4 CDs dann noch mit etlichen Songs des Stars selbst und sogar eine eingedeutschte Version von „I walk the line“ (die Cash damals einspielte) ist zu finden. Die CDs kommen im Pappklappcover mit einer etwas blöden Zeichnung des Countrysängers daher, dafür entschädigt aber der Inhalt. Für alle Fans ein Muß und wer sich mal ein Bild über den Outlaw-Musiker machen möchte, sollte ebenfalls zugreifen.

Symarip „Skinhead Moonstomp“ (Deluxe Edition, 2 CDs)

„Trojan“ brachte 2008 eine „Deluxe Edition“ des Klassikers „Skinhead Moonstomp“ raus. Neben den ganzen Krachern des Originalalbums gibt es noch haufenweise Bonuslieder, darunter auch Lieder aus der Pyramids-Dekade und rare und unveröffentlichte Stücke. The Pyramids drehten den Namen irgendwann um und die Legende Symarip war da. Zu den einzelnen Stücken muß wohl nichts gesagt werden, da sie eh jeder kennt, oder kennen sollte. Alles wurde nochmal digital remastert, aber den Charme des Originals hat auch dieses Werk inne. Die Aufmachung kann sich richtig sehen lassen und ich weiß gar net, wo ich anfangen soll bzw. muß...;-) Die Pappbox hat eine durchsichtige Plasteschutzhülle und im aufklappbaren Innenteil befinden sich neben den beiden CDs (mit klassischem „Trojan“-Design) Hitparedenauszüge, wo „Trojan“-Songs in den Charts waren und die Anleitung zum „Skinhead Moonstomp“. Das fette Booklet ziert das Original-Cover, wie auch schon die Außenhülle. Im Heft selbst gibt es eine Bio Symarips mit Aussagen von Roy Ellis und Monthy Neysmith, Fotos, Bildchen und komplette Diskographie. Wenn auch „Trojan“ durch Eigentümerwechsel mehr ein Mainstream- denn ein Szenelabel geworden ist, siegte hier wohl der Verstand und man setzt(e) mit diesem Output Symarip ein würdiges Denkmal. Für Sammler sicher ein Muß und wer das Original nicht hat, der sollte sich halt diese Neuauflage zulegen und hat sicher irgendwann ein schönes Sammlerstück....;-) Ich kaufte die CD für rund 25 T€, habe sie auch noch nicht billiger gesehen, aber das Geld ist das Teil wert!

Textfeld: Mummy's Darlings „Stormtroopers of Rock'n'Roll“
Auch schon älter und das zweite Album erschien unlängst, dennoch will ich hier ein paar Worte drüber verlieren. Als erstes fiel mir das Zusammenspiel zwischen aggressiver Stimme und eines Saxophons auf und ich mußte mich echt dran gewöhnen, da ich sonst eins von beiden gewohnt bin... Aber nach mehrmaligem Hören gefiel mir gerade diese Mischung immer besser und inzwischen finde ich die Scheibe richtig geil! Textlich geht es um Fußball, das Wochenende, „Helden der Straße“, halt all die Dinge, die unser Leben interessant machen. Besonders gut gefällt mir das in bayrischer Mundart vorgetragene „Bayernland“, welches zudem echt witzig ist. Der Rest ist eine Mischung aus deutschen und englischen Liedern. Als Bonus gibt es „Bayernland“ nochmal als Instrumental. Das Booklet ist schön gestaltet und kommt mit Fotos und allen Texten. Daumen hoch!

Last Resort „You'll never take us“ („Skinhead anthems II“)

Dennis hatte die LP ja längst besprochen und eigentlich brauche ich so nicht mehr viel Worte über diese Scheibe machen, sondern lediglich darauf hinweisen, daß es die Platte auch als CD gibt... Aber so wird man diesem Werk nicht gerecht und von daher bequatsche ich das Teil auch nochmal. Mit dem Zusatz „Skinhead anthems II“ wird einem nicht zu viel versprochen und beim Hören fühlt man sich um Jahre zurückversetzt, da der Sound zwar ausgereifter, aber immer noch ursprünglich klingt. Mit 14 Songs wollen es die alten Herren um Roi Pearce nochmal wissen. Die Texte sind von der Straße für Jungs auf der Straße,um es mal irgendwie auf den Punkt zu bringen. Das Cover erinnert auch stark an den bereits erwähnten Klassiker und im Faltblatt gibbet Fotos, Texte, Danksagungen und Grüße. Last Resort sind „back with a bang“!

Bovver Boys „Tooled for trouble“

Ich sah ja bisher nur gute Kritiken der Aachener und so mußte ich mir das aktuelle Werk zu Testzwecken selbst zulegen. Neben zwei Coverstücken („Pogo in Togo“ von den United Balls und „No pain, no gain“, hier holten sie sich Unterstützung bei Evil Conduct, von denen ja das Original stammt) gibt es noch 10 eigene Stücke zu hören. Ein richtiger Ohrwurm ist „Vans and Converse Army“ (hier geht es um MTV-Punx bzw. um Kiddies, die denken, Punk wurde durch das Fernsehen erfunden). Bei „Dreams of revolution“ zieht man mal über die ganzen Möchtegernrevoluzzer her und sagt ihnen wie dumm sie doch sind. Ihr seht, diese Band hat durchaus was zu sagen und das kommt mit netter musikalischer Untermalung daher. Das Booklet ist toll aufgemacht und neben Fotos, tollen Hintergrundartwork und kurzen Danksagungen findet Ihr alle Texte im Heft. Verpackt ist das Ganze übrigens im Digipack.

Textfeld: Evil Conduct feat. Franky Flame „The way we feel“
Eine „der“ Scheiben, die in letzter Zeit ziemlich oft läuft. Bin ja kein FrOi!nd von Mini- und/oder Maxi-CDs, aber wer die Lieder haben will und keine Platten sammelt, der kommt um den Kauf nicht rum... Die Scheibe hatte vor Erscheinen ja schon für mächtig Rauschen im Blätterwald gesorgt und das zu Recht. Das Titelstück ist übrigens auf der Single vom 4 Skins-Gig drauf, soviel zum Thema unveröffentlichte Stücke, denn der 4 Skins Part war vor Ewigkeiten schon im Netz zu finden, das ist aber 'ne andere Geschichte. Also wieder zur CD: Franky Flame geht hier leider etwas unter und man hätte das Ganze auch gut nur unter EC laufen lassen können, schade! Allerdings gibt es hier wieder Hit auf Hit und das mit Franky Boys Klavierunterstützung. Absolute Mitgröhlsongs sind „Pay the price“ und „Brogues & Crombies“, hier kommt der typische EC-Sound wieder richtig zur Geltung und zeigt, daß die Mannen echt eine der besten Oi!-Bands derzeit sind. Im Gegensatz zur EP-Version gibt es hier noch die Lieder der „Never let you down“-Single mitgeliefert. Das Mini-Beiheft besticht durch schönes Artwork und kommt mit Fotos und allen Texten. Holen!!!

Volxsturm „Immer hart am Wind“ DVD

Volxsturm gingen an mir immer irgendwie vorbei und ich besitze auch nichts von ihren Sachen. Die vorliegende DVD ist also mein Einstieg und ich hätte mir das Teil wohl auch nicht geholt, wenn nicht zwei Bonus-CDs inkl. wären, da DVDs nicht gerade zu meinen Sammelobjekten gehören... Also erstma zur DVD, um die es ja bei dem Produkt hauptsächlich geht. Das Hauptmenü ist mit einem Instrumentalklassiker für Süßwassermatrosen unterlegt, mir fällt Titel und Komponist net ein, ist aber saugeil! Hier gibt es gut 1 ½ Stunden Livemitschnitte von verschiedenen Konzerten. Mit Ausnahme von Leipzig (Commies finden halt nicht den richtigen Ton...) ist die Tonqualität sehr gut und die festgehaltenen Bilder geben die Stimmung der Auftritte gut wieder. Vor den verschiedenen Konziausschnitten gibt es 'ne kurze Einleitung von Hinkel und Wolf und wenn sich meine Augen nicht irren, sitzen diese zeitweise mit einer Kuscheldecke auf der Couch, auch so schwirrt die Kamera teilweise ins Ungewisse und man fragt sich, was manche Kameraeinstellungen sollen. Egal. Bei den Liedern kann ich nicht so mitreden, denke aber, daß es ein guter Durschnitt all ihrer Schaffensphasen ist. Darüber hinaus bekommt der DVD-Zuschauer noch einiges zur Entstehung der Band und etwas langatmiges Gerede über einen nicht mehr vorhandenen Proberaum zu sehen und zu hören und es werden auch Fotos aus alten Tagen eingespielt. Man redet über Schwierigkeiten mit Behörden wegen der 1. Single, da diese im Ausland gepreßt wurde und zu Zeiten der Mordanschläge von Rostock, Mölln und Solingen erschien und alles, was mit Skinheads zu tun hat, erstmal abgewatscht wurde, egal ob rechts oder nicht. Es geht um den Bandnamen, die Einstellung zur Skinheadszene, Punx und Skins, das Thema „unpolitisch“ (sehr gut auf den Punkt gebracht), die Vergangenheit anderer Bands in Reflektion der eigenen Band (schließlich hat VS ja keine Leichen im Keller wie beispielsweise Loikämie...). Man gibt Auskunft über die Liedtexte, Konzerte und Auslandsgigs, wo auch mal nette Anekdoten zutage kommen. Besonders spaßig ist Hinkels „Nebenjob“ bei Mc Donalds in Singapur, hat schon was von Dittsche...;-) Dann dürfen andere Bands noch ein paar Worte über Volxsturm sagen, dies fällt leider etwas kurz aus. Zu Wort kommen u.a. Olaf von Springtoifel, Stomper 98, Sammy von den Broilers, der geläuterte Spiller, die Köpfe von „DSS“ und „Bandworm“, Oli von „Randale Records“ ein Fanclub und weitere. Dann gibbet noch zwei professionell eingespielte Videos. Die DVD hat übrigens ein tolles Artwork aufgedruckt und die Bonus-CDs sind im Stil von Schallplatten bedruckt, scheenes Ding! Auf der ersten Bonus-CD gibt es eine „Best of...“ zu sluschen und der uneingeweihte Hörer (also ich...) kann sich einen Überblick über die Band verschaffen. Auf der 2. CD gibt es Livemitschnitte zu hören und das in guter Qualität. Das fette Beiheft beinhaltet Texte verschiedener Schreiber zu den jeweiligen Konzertausschnitten auf der DVD und alle Texte  und ein schönes Artwork. Die DVD kommt im aufklappbarer Hülle, die in einem Pappschuber mit Prägung verstaut wird und so optimal in den Seesack paßt...;-) Alles in allem eine fett produzierte Sache für's Geld und zumal für Seeleute (Fans), Süßwassermatrosen  und Landratten (Leute, die VS nicht kennen) gleichermaßen bestens geeignet...;-) Tolle DVD!

Mummy's Darlings „For the Bootboy's Soul“

Das zweite Album der sympathischen Bayern. Hatte ja schonmal bei Dennis in die Platte reinhören können, doch in Ruhe hören ist immer besser...;-) Nun habe ich das Teil selber und ich kann mit dem Betratschen loslegen. Musikalisch haben sich die drei Jungs und das Mädel kräftig gesteigert und es klingt alles ausgefeilter und melodischer. Das Saxophon fehlt hier auf der Scheibe ganz, was aber nicht unbedingt ein Minuspunkt ist. Wastls Gesang klingt auf dieser Scheibe ausgereifter und selbst Backgroundchöre sind vorhanden. Schöner Skinhead-Rock'n'Roll, der gleich hängen bleibt. Textlich überwiegen die englischen Stücke und es dreht sich um unseren Lebensweg, Freundschaft, Arbeit und Trinken, keine Kompromisse, „Oi! Oi! Music“, die guten Zeiten, ein Ständchen zum 40jährigen usw. Meine Favoriten sind „Work is the curse“, „Shut up, listen up!“ (saugeiler Refrainchor!!!), „Oi! Oi! Music“ und „40 years of burning hearts“, sowie „Die letzten, die heut' geh'n...“. Das Booklet ist diesmal nicht so schön gestaltet wie beim Vorgänger, kommt aber mit allen Texten, Salutionen und Fotos. Wirklich eine lohnenswerte CD!

Textfeld: MiSanDao „Chinese Bootboys“
Auch die Chinese Skins haben ihren 2. Longplayer auf den Markt geworfen und wieder bei „Saalepower Records“. Hier klingt alles nicht mehr ganz so roh und MSD liefern hier echt einige geile Hits ab. Mit „It's not my game“ stellt man sich gegen die Olympischen Spiele des vergangenen Jahres, man besingt den Bootboykult in China, die Pekingenten, ähm die Einigkeit in Peking, in „Sound of the boot“ besingen sie ihre Liebe zu Torgau (dort spielten sie ja auch schon live. Für dieses Jahr gab es Ärger mit den Visa und so wird aus dem Rückspiel wohl nichts...), es geht um den way of life und andere Skinheaddinge. Zwei Reggaestücke haben die Mannen auch mit an Bord und da wären wir schon bei meinen Hits: „Boot and Reggae Night“, „We get choice“, „A way of life“ (kommt mit geilem Chor und SParrer-Gitarrenanleihen!!!). Die Aufmachung kommt zwar mit Texten und Fotos, glänzt aber nicht unbedingt, da etliche Rechtschreibfehler und massenhaft Werbung für das Label inwendig sind...;-( Aber mit dieser Scheibe dürften die Jungs mit Sicherheit ein besseres Label finden. Geile Scheibe plus Exotenbonus!
Textfeld: The Dockside Hookers „Killing the music“ 7
Vier melodische und schnelle Oi!-Kracher wurden mir hier zugespielt. Die 7 hat die Band auf dem japanischen Label „Uncle Owen Records“, sowie auf „Bandworm“ veröffentlicht. Ihr Debut erschien 2007 in Eigenproduktion und die Besprechung findet Ihr hier auch irgendwo. Die Songs sind das erste, was ich von den Kanadiern höre und ich bin begeistert und werde mir mit Sicherheit in Kürze das Album holen...;-) Lieder wie „United“, „Wrong place at the wrong time“, „Pride“ und „Hail the working class“ dürfen keinerlei Erklärung brauchen, nennt den Sound nun Oi! oder Streetpunk, er rockt ohne Ende und das ist das, was zählt! Die Songs machen Lust auf mehr. Empfehlung!

Diverse „Chaos in Sweden“

Dieser Sampler aus Schweden beinhaltet wohl fast alle relevanten Bands in Sachen Streetpunk und Oi! aus dem Ikealand. 16 Mal könnt Ihr Euch davon überzeugen, daß nicht nur Knäckebrot rockt...;-) Neben unbekannten Bands kommen hier auch bekanntere Gruppen wie Antipati, Unit Lost und The Clichés zu Wort. Laut Info sind hier fast ausschließlich unveröffentlichte Stücke, Demosongs, oder Songs von den myspace-Seiten der Bands zu hören. Somit schonmal eine gute Sache, um die Bands zu pushen. Durch die verschiedenen Aufnahmen ist die Qualität natürlich auch nicht gleichbleibend, aber durchaus gut. Und auch die Zusammenstellung der Bands sorgt für einige Abwechslung und es geht vom rauen Punk bis hin zu melodischen Oi!, also für jeden etwas. Angelehnt an die französische „French Chaos Production“ brachten Martin von Vindicate This! und Robban von Antipati dieses Projekt ins Rollen. Zur Aufmachung kann ich nicht viel sagen, da ich eine Vorab-CD habe und die besitzt nur ein farbiges Faltblatt mit den Bands und Liedern. Laut Infozettel soll die LP-Version auf 1000 Stck. limitiert sein und die CD-Variante soll auf 500 limitiert sein und im Digipack erscheinen. Wer wissen will, was in Schweden abgeht, der sollte den Sampler ordern und wer auf guten Streetpunk und Oi! steht, der sollte dies ebenfalls tun. Mir gefällt die Idee des Samplers und auch die Mucke der Scheibe!

Textfeld: Fiddler's Green „Sports day at Killaloe“
Neuestes Werk der Folkpunx um FG und auch meine erste Scheibe von den Jungs, obwohl ich ja total auf Bands wie Pogues, Dropkick Murphys, Porters usw. stehe. Vergleiche zu alten Werken kann ich also nicht ziehen... Bereits mit dem Opener „Bugger off“ haben FG mich vollends überzOi!gt und ich hatte mehr als Lust auf den Rest des Albums. 19 Kracher werden hier geboten und alles schön im irishfolklastigen Gepunke. Textlich geht es natürlich viel ums Trinken, leere Geldbörsen und andere Sorgenkinder. Musikalisch kommen teilweise auch mal poppige und balladenähnliche Lieder, was dem Hörgenuß aber keinen Abbruch tut. Die CD ist als Digipack und als Special-Edition mit Video-CD erhältlich. Im Beiheft findet man Texte, Grüße und Danksagungen, sowie einige Fotos. So macht auch Mainstreammusik spaß!

Diverse „Kunst – 20 Jahre Die Kassierer“

Oh man, wie die Zeit vergeht... Beim Schreiben der Besprechung sind nicht nur Die mächtigen Kassierer wieder um einige Jahre gealtert, nein auch dieses Machtwerk ist nun schon einige Jahre alt. Wollte ich das Werk schon einige Jahre mein Eigen nennen, so war es immer ausverkauft, oder einfach nicht zu haben, da viele Label für „Kunst“ keine Sparte, oder dafür einfach nichts übrig haben, haben... Nun fand ich es zum Nice-Preis wieder und orderte es gleich mal mit. Wenn mir auch etliche Lieder der Virtuosen zuwider sind, haben sie auch etliche Lieder, die ich mir gerne mal antue. Neben den Kassierern selbst, zollen ihnen hier Bands und Musiker wie Donots, Sondaschule, 2 Fickende Hunde (Bela B. und der andere B-Spasti der Ärzte, nein, nicht Farin...), SS Kaliert, F.B.I., Lokalmatadore, Emscherkurve und The One and Only Gunter Gabriel Tribut. Lieder wie „Ich töte meinen Nachbarn und verprügel seine Leiche“, „Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, „Du hast geguckt“, „Besoffen sein“, „Kein Geld für Bier“, „Mongo mit der Bongo“ haben nicht nur Mitsingfaktor, sondern sind auch noch spaßig, zumindest beim Feiern. Richtig hitverdächtig sind „Du hast geguckt“ von Gunter G. und „Mongo mit der Bongo“ von den Lokalmatadoren. Bela B.äh! und Kompagnon scheint man den Text auf den Leib geschneidert zu haben, da sie ja eh seit Anfang der 90er nur noch geschmacklos und nicht mehr witzig sind! Das dicke Booklet kommt mit Huldigungen an die Künstler. Für Fans ein Muß, zur Party aufheitern Pflicht und für Leute ohne großen Humor nicht so dat Wahre...;-)

The Dockside Hookers „Forever young“

Nachdem ich die geniale 7 zu Gehör bekam, wollte ich das Debut auch mein Eigen nennen, da mir die DH echt zusagen. Zum Zeitpunkt der Besprechung (Anfang November) gab es das Album bei „Bandworm“ zum Preis von 6,90 T€. Einfach mal gucken, ob da noch ein Schnäppchen zu machen ist... Das erste Werk umfaßt 10 Songs und diese stammen bereits aus dem Jahre 2007. Trotz der eingängigen Melodien und der durchweg tollen Scheibe ging die Scheibe wohl nicht nur an mir irgendwie bisher völlig vorbei und das ist schade. Die Scheibe gefällt mir durchweg und wenn es auch keine Überhammer gibt, so ist es doch eine durchweg hörenswerte Scheibe. Die Aufmachung ist schlicht, hat aber ein nettes Cover und für eine Eigenproduktion geht das schon in Ordnung. Ruhig mal antesten!

Textfeld: Rien ne vas Plus Demo-CD
Soooo! Hier kommt das Demo der 3 Magdeburger Glatzköppe. Das die Truppe live 'n Knaller ist, davon konnte ich mich schon selbst überzeugen. Aber auch das Demo überzeugt mich auf ganzer Linie. An Bord sind 1 Intro, 1 Outro und 8 Skinhead Rock'n'Roll-Knaller im Stil der alten Schule. Die Jungs sind nicht in ein Studio gegangen, sondern haben alles im Schweiße ihres Angesichts im Proberaum aufgenommen. Die Aufnahme ist in sehr guter Qualität und super gelungen. Die Texte drehen sich ganz klar um die aggressive Subkultur. Jeder Schuß ein Treffer kann ich da nur sagen, aber ganz besonders gefallen mir das Lied „Way of Life“ und „Deutscher Adler.“ Wer also die Chance hat, die Jungs live zu sehen sollte das unbedingt machen.
Dennis
Textfeld: Slade „The Live Anthology“ Do-CD
Diese CD ist nicht alt, sie ist ein Klassiker, so will ich es mal umschreiben... Da ich von der Existenz dieser Live-Ansammlung aber bisher nichts wußte, gibt es die Besprechung auch jetzt erst. Auf der CD befinden sich neben dem Alive“ Vol. I-Album auch das „Alive“ Vol. II-Album, das Album „Slade on Stage“ und den „Alive at Reading“-Mitschnitt. Dürfte fast das ganze öffentliche Livematerial der Glamrocker sein und das ist mir schon 'ne Besprechung wert. Allein das erste „Alive“-Album ist ein Klassiker und sucht seinesgleichen. Auch bekommt man es kaum noch und das andere Material ist ebenfalls rar gesät und so bekommt der Käufer hier echt einiges für recht wenig Geld geboten. Von der Stimmung her sagt mir die erste „Alive“-LP am meisten zu, das ist aber schon seit langem mein Slade-Favorit. Das andere Material kann da nicht ganz mithalten, rockt aber auch ohne Ende. Zu den Liedern muß ich wohl nichts sagen. Die Aufmachung kann sich auch sehen lassen und im Doppel-Digipack mit Farbfotos gibt es noch ein Beiheft mit viel Text zum selbst übersetzen. Wer sich ein Bild der genialen Liveshows von Slade machen möchte, sollte sich das Doppelalbum holen. Daumen hoch!

Gunter Gabriel „Sohn aus dem Volk – German Recordings“

Er ist wieder da und die Verkaufsstrategen scheinen ihn bereits abgeschrieben zu haben. Oder wie sonst erklärt es sich, daß ich GG im Laden erst suchen mußte?!? Der Doppeltitel zeigt zum einen, daß Gunter Gabriel auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist und den Zusatz „German Recordings“ finde ich nicht anmaßend oder überheblich, eher zeigt das seine Verbundenheit zu Johnny Cash. Die letzten Jahre machte sich der Sänger ja nicht gerade durch seine Musik einen Namen, wenn auch vereinzelte Lieder in Zusammenarbeit mit Undergroundbands entstanden sind und um so neugieriger wurde ich auf das vorliegende Album und das zeigt doch, daß nun wieder mit Gunter zu rechnen ist. Im Großen und Ganzen gibt es hier neu intonierte Cover quer durch die Bank zu hören. Allerdings wurde Musik und Text meist passgenau auf uns Gunter zugeschneidert und das macht die CD schon zu etwas besonderem. Ich will hier mal kein Lied besonders hervorheben und empfehle jedem, der auch mal was anderes hört, sich das Teil einfach zu holen. Das Booklet kommt mit Fotos und Texten. Daß Gabriel nicht immer auf der Sonnenseite stand, zeigen die Credits, in denen er sich für die „Wiederbelebung“ bedankt. Ist es auch nicht gerade eine Szene-CD, so gehört das Werk doch zu den besten Erscheinungen des Jahres!

Textfeld: Kid Chaos Demo
Das Demo ließ mir der Andi vom „Working Class Skins“ zukommen, besten Dank an dieser Stelle! Allein wäre ich hierüber wohl nicht gestolpert und das wäre schade... Die Franzosen bieten hier ein top eingespieltes Demo, welches seinesgleichen sucht. Schön melodischer Streetpunk/Oi! Mit französischen Texten krachen hier13 Mal aus den Boxen und machen echt Lust auf mehr. Die Sprachbarriere macht es für mich nicht gerade einfach, hier mitreden zu können. So konzentriere ich mich halt auf das Wesentliche, die Musik und die gefällt allemal. Ein Stück war 2007 schonmal auf einem Demo vertreten. Die Coverzeichnung ist nicht gerade der Hit, aber es soll ja ein Demo sein. Letzten Endes echt ein hörenswertes Demo. Schaut bei Interesse mal unter www.myspace.com/kidchaos54

Schall und Rauch „Same“

Ich nun wieder... Erst besuche ich so ein „Grauzonen“-Konzi mit dieser Band und posthum bespreche ich auch deren ersten Longplayer, haha. Von der Existenz dieser CD erfuhr ich erst, als ich für einen Kollegen nach dem Demo suchte. Nun gut, da ich Schall und Rauch ja schon 1,2,3 Mal live sah und sie mir eigentlich immer zusagten, legte ich mir das Debut zu. Vernahm ich auf den Konzis doch eher die moderateren Töne der Jungs, wird hier mit offenen Karten gespielt und man bekennt sich offen zur Sache “Frei, sozial und national“. Damit dürfte sich für viele das Weiterlesen schon erledigt haben und auch ich finde diese Wortwahl nicht unbedingt zeitgemäß... Das Lied „Sharp“ erinnert mich stark an das Demostück von Faustrecht und hier geben die Jungs auch gutes Tempo vor. Ansonsten erfindet man textlich das Rad nicht gerade neu und richtige Hits fehlen. Das Lied „Cola Korn“ ist an ein Heinz Erhardt-Klassiker angelehnt und bringt Stimmung auf Partys und live kommt es auch immer ganz gut. Musikalisch ist es schneller bis mittelschneller Skinhead-Rock, den man gut hören kann. Sagt mir das Cover noch zu, so ist das Beiheft doch ziemlich düster aufgemacht und nicht unbedingt ein Highlight. Eine CD, die man hören kann, aber nicht unbedingt ein Reißer. Mal sehen, wie sich die Band weiter entwickelt.

Textfeld: Angry Bootboys „Wegen einem wie dir“
Wohl die in den letzten Tagen meistgehörteste CD bei mir. Dies allerdings nicht nur, weil sie ein echter Kracher ist, sondern auch, weil ich sie immer zum Besprechen anschmiß, um dann doch wieder anderes Gedöns am Rechner zu machen... Vielleicht entfaltete sich aber auch erst daraus das volle Bouquet dieses Albums und ich hätte nie festgestellt, daß die CD so gut ist... Ihr seht, so kommt eins zum andern. Textlich gibt es hier deutsche und englische Songs mit sehr viel Kritik in die richtigen Richtungen und immer schön ehrlich und mitten in die Fresse. Mit „Poseur“ und „Real enemy“ werden dann auch zwei ganz große Hits gecovert und diese passen toll in das Gesamtbild der Platte. Da sich für die Scheibe „Oldschool Records“ verantwortlich zeichnet, ist die Aufmachung natürlich bester Kajüte. Die CD ist in Vinyloptik und das Booklet ist echt geil gestaltet. Neben Texten und Fotos gibt es ein wirklich tolles Artwork. Wer nun auf geilen Skinhead Rock'n'Roll steht und keine Berührungsängste zu patriotischen Bands hat, der sollte hier beherzt zugreifen.

Superyob „Double Trouble“

Das Label „Underground London“ machte mit der Veröffentlichung dieser Scheibe echt einen super Job, indem zwei Alben von Superyob (Wortspielerei rules...) auf eine CD gebracht wurden. Somit kann nicht nur der Sammler seine Sammlung vervollständigen, sondern auch der Hörer sich zwei Alben zum kleinen Preis auf einer CD sichern. Im Einzelnen befinden sich hier das „Aggrophobia“-, sowie das „Machine guns'n'alcohol“-Album plus einige Bonussongs auf der Scheibe. Zu den Alben brauche ich nicht viel Worte verlieren, da sie den meisten eh bekannt sind. Melodischer patriotischer und kritischer Streetpunk und/oder Oi! in Verbindung mit Pubmusik und Stilanleihen anderer britischer Musik. Klingt in allem noch etwas rauer als auf der „Quality street“, aber immer noch um Meilen besser als mancher Schrammel-Oi!. Die Aufmachung ist nun nicht gerade der Hit und im Booklet findet Ihr die Texte auf gleichbleibendem Hintergrund. Eine Kaufempfehlung bekommt das Werk dennoch ohne Wenn und Aber!

Textfeld: The Broadsiders „Against the world“
7 neue Songs der Amis und die gibbet nun auf einer CD-R. Schön melodischer Ami-Streetpunk mit Hitcharakter. Daß die Mannen ihre Instrumente beherrschen zeigen die 7 Songs allemal und der aggressive Gesang paßt gut in die Musik. Da ich nur 'ne Downloadversion der CD habe, kann ich zu der Aufmachung nichts groß sagen. Dennoch bekommt das Werk 'ne glatte Empfehlung!

Laurel Aitken „The Godfather of Ska – Anthology“ Do-CD

Würde es nach der Antifa gehen, kommt hier wieder meine schizophrene Seite zur Geltung, obwohl ich da lieber von Toleranz rede und nicht ausgrenze, wie es die gerade genannten gerne tun...;-) Gerade dieses Jahr erschienen ja einige Veröffentlichungen von Laurel Aitken und ob es Zufall ist, oder bewußt das 40. Jahr des Skinheadkultes gewählt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Gegensatz zur tausendsten „Best of...“-Scheibe bekommt der Käufer hier wirklich eine gute Mischung aus allen Schaffensphasen Aitkens und nicht nur eine wahllos zusammengewürfelte Compilation mit den allseits bekannten Liedern. Auch werden hier die R'n'B-Einlüsse des Altmeisters angemessen gewürdigt. Hier nun Lieder aufzuzählen, würde Skinheads nach England tragen gleichkommen und so verzichte ich darauf. Auf beiden CDs versammeln sich über 50 Hits und das macht das Ganze schon zu einem längerem Hörgenuß. Das Booklet ist liebevoll gestaltet und beinhaltet eine Biografie des Meisters. Interessant ist hier vielleicht noch, daß das Ganze von „Captain Oi!“ für „Cherry Red Records“ produziert wurde. Sammler bevorzugen mit Sicherheit die Originale als Platte, aber ansonsten ist das Werk wirklich eine Anschaffung wert!