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West Side Boys (Frankreich)
Aus der #21: Hallo Jungs, gebt uns mal eine kurze Bandvorstellung.
West Side Boys starteten im September 1990 in folgender Besetzung: Pascal (Gesang), Riton (Gitarre), Seb (Baß) und Laurent (Drums).
Innerhalb von zwei Jahren entstanden zwei EPs „Hooligans“ und „Emeute urbaine“, eine Langspielplatte „Au fil du temps“, sowie einige Samplerbeiträge so u.a. auf „Ils sont Skinheads pour l’éternité“, „Oi! it’s a world league“ und „Kids on the street“.
Im Sommer 1992 löste sich die Band auf. Pascal und ich (Riton) reformierten die Band später, um das „Are back“-Album aufzunehmen. Wir spielten auch zwei Konzerte.
2009 veränderte sich die Besetzung nochmals. Pascal, der Schlagzeuger, sowie der 2. Gitarrist beschlossen die Band zu verlassen. Im selben Jahr beschlossen wir allerdings, daß es mit WSB weitergehen sollte. Stef (der neue Bassist seit 2008) und ich wollten die Bandgeschichte fortsetzen und so kamen neue Mitglieder. West Side Boys sind heute Jibé (Gesang, spielte vorher bei Crane De Fer & Irreductibles), Stef (Baß), Riton (Gitarre), Ulysée (Gitarre & Saxophon) und Jeremy (Drums). Nur Riton ist noch aus der Urbesetzung der Band übrig.
Ich las, daß der Bandname aus einem Lied der Cockney Rejects stammt. Stimmt das? Warum dieser Name und was macht Euch zu „West Side Boys“, stammt Ihr aus dem Westen Frankreichs, oder was hat es damit auf sich? Gab es kein anderes Lied als Inspiration für einen Bandnamen?
Wir wählten den Namen West Side Boys aus zwei Gründen. Die Mitglieder der Originalbesetzung stammten alle aus dem Westen von Paris und wir wurden sehr viel von den Cockney Rejects beeinflußt. Somit war der Name wie gemacht für uns!
Im Gegensatz zu vielen anderen französischen Bands nutzt Ihr kein Saxophone für Eure Musik. Könnt Ihr uns Gründe dafür nennen?
In den bisherigen Lineups befand sich nie jemand, der ein Saxophon hätte spielen können und wir hatten auch keine Freunde, die das konnten. Hätten wir jemanden, hätten wir das sicher auch in ein oder zwei Lieder mit eingebaut. Aber nun ist es so weit und mit Ulysée, unserem zweiten Gitarristen, haben wir jemanden, der auch das Sax beherrscht. So konnten wir bereits ein Lied mit Saxophonunterstützung aufnehmen, das Lied heißt «Seul et fragile».
Wie kam es zu der Auflösung in den 90ern?
Wir trennten uns nicht lange nach unserer ersten LP „Au fil du temps“. Zum Ende der Bandgeschichte bevorzugte jeder irgendwie andere Musikstile. Sänger Pascal den Rock’n’Roll und ich (Riton) war dem Hardcore nicht abgeneigt. Auch wurden wir zu der Zeit alle zur Armee eingezogen, das waren damals 11 Monate in Frankreich. Dadurch kam es dann über kurz oder lang zu der Auflösung…
In der Zeit, wo es die West Side Boys nicht gab, wart Ihr da trotzdem aktiv in der Szene, oder habt Ihr Euch für die Zeit komplett aus der Szene zurückgezogen?
Während dieser Zeit waren die meisten der alten Mitglieder noch aktiv in der Szene unterwegs. Zusammen mit Freunden aus Kindertagen folgten wir der Szene und machten auch die Veränderungen mit. Als die West Side Boys ruhten, spielte Riton in verschiedenen Bands wie Urban Crew und Tir Groupé. Pascal spielte in einer Rock’n’Roll-Band und gründete 2009 eine Band, aber in einer anderen Szene. Wir können aber sagen, daß wir heute wesentlich offener für andere Sachen sind. In Bezug auf das, was wir hören und was so auch unsere Musik bereichert.
Habt Ihr die Veränderungen in der Szene über die Jahre wahrgenommen? Was waren, Eurer Meinung nach, die guten und die schlechten Momente in der Geschichte der Skinheads?
Für mich selbst gesehen, ja. Ich war quasi gefesselt von dieser Szene, der Musik und Freunden in der Szene. Ich habe gute Erinnerungen an all die Jahre, die Kollegen, mit denen man rumhing und die Freundschaften bestehen noch heute. Einige wirklich großartige Konzerte, die Menschen, die man traf und kennenlernte, mit allem, was einem in den 20 Jahren so berührte, sind es gute Erinnerungen.
Seit einigen Jahren seid Ihr zurück mit einem Knall. Was waren die Gründe dafür und wer hatte die Idee zum Comeback?
Wir hatten nie wirklich über ein Comeback nachgedacht, als ich eine Seite zu Ehren der West Side Boys auf myspace schaltete. Uns kontaktierten eine Menge Leute aus Frankreich, Europa und außerhalb von Europa. Wir erhielten etliche positive Mails und einige Unterstützung, welche uns ermunterten die Band neu zu reformieren. Wir taten den Leuten den Gefallen.
Bekamt Ihr von Anfang an Unterstützung bei der Reformierung der Band und wie sah diese aus?
Wir hatten eine Menge an Support aus dem Freundeskreis und von 2 Labels, welche uns halfen das Album zu veröffentlichen. Wir sind sehr glücklich darüber, wie warmherzig unser Comeback aufgenommen wurde und wie willkommen wir auf unseren zwei Konzerten waren. Vor allem der eine Auftritt in Frankreich, in Rennes im Oktober 2008, war eine großartige Show und eine unvergeßliche Nacht.
Das Album „Are back“ ist großartig und mir gefällt es sehr gut. Wie waren die allgemeinen Reaktionen auf die Platte?
Meist hatten wir gute Kritiken für „Are back“ bekommen, aber es gab auch einige kritische Äußerungen in Bezug auf gemachte Fehler. Einige waren der Meinung, daß die Platte zu metallastig war, die Stimme sich zu gedrungen anhörte und alles wenig melodisch war. Der Kritik stellen wir uns und versuchen wieder zurück zu den WSB-Wurzeln zu kommen, welche uns zu dem machten, was wir sind, eine melodische Oi!-Band.
All Eure Songs sind in französischer Sprache und dieser bin ich nicht mächtig…;-) Anderen geht es sicher auch so, also erzählt mal etwas über Eure Lieder.
Unsere Lieder handeln von der alltäglichen Routin, unser Leben, von unseren Freunden und halt die Dinge, die uns lieb und teuer sind.
Ihr arbeitet an einem neuen Album. Könnt Ihr uns mehr erzählen? Bitte erzählt mal was über die neuen Songs auf der Platte.
Hierzu gab es keine Auskunft, warum auch immer… -Meik
Sind wieder alle Stücke auf Französisch?
Ja, wir singen wieder nur auf Französisch. Aber ist es nicht das, was unseren Charme ausmacht?!? Haha.
Wann soll das Album erscheinen?
Wir sind gerade aus dem Studio raus. Nun muß alles noch gemixt und gemastert werden. Das soll im April geschehen. Wir denken, daß das Album dann im Juni kommt.
Wird die Platte wieder bei Bords De Seine erscheinen?
Ja, das Album wird dann wieder bei Bords De Seine und Randale Records erscheinen. Wir haben eine gute Partnerschaft zu beiden und wir sind absolut zufrieden mit beiden Labels.
Ist auch eine Tour geplant und evtl. weitere Gigs in Deutschland?
Bisher sind keine Konzerte geplant, weder in Deutschland noch anderswo. Wir brauchen erstmal wieder etwas Zeit zum Luftholen. Nach 2 Monaten Studioarbeit brauchen wir einfach etwas Zeit für uns zum Entspannen.
Allerdings würden wir gerne wieder in Deutschland spielen, das Publikum bei Euch ist großartig und wir wurden überall gut behandelt.
Wie sieht es mit der Szene in Frankreich aus, besteht diese mehr aus Einigkeit, oder sind verschiedene Skinheadgruppen untereinander groß zerstritten?
Wir sind in guten Kontakt mit anderen Bands wie Haircut, Warrior Kids, Envers Et Contre Tous, Misogynes usw. Differenzen bestehen eher durch die verschiedenen Musikszenen und die dazugehörigen Leute. Man geht dann eher nach dem, wie einer aussieht und nicht, was er als Mensch ist. Wir beteiligen uns an dieser Ausgrenzung nicht und unser Leben ist nicht auf eine Szene beschränkt.
Was war damals zum Start der West Side Boys, Anfang der 90er, besser?
Das ist einiges, als erstes waren wir damals noch jünger, man hatte weniger Sorgen oder gin ganders damit um, und man war auch noch freier… Nun gehen die moisten von uns geregelter Arbeit nach, haben Familie und damit haben wir nun auch mehr Pflichten. Wir nehmen die Welt um uns heute anders wahr, sehen einiges anders und denken einfach mehr nach und öffnen uns aber auch mehr der Welt außerhalb damaliger Grenzen.
Was ist dieses Jahr für die Band geplant?
Wir haben gerade das neue Album fertig gestellt, es wird “Reste fier” heißen und wird 11 Lieder beinhalten, dazu kommen drei Coversongs von französischen Oi!-Bands aus den 80ern.
Okay, ich bedanke mich und überlasse Euch die letzten Worte.
Wir bedanken uns für das Interview und das Interesse an unserer Band! Viel Glück. Ein Prost an Euch alle!
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