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The Who (England)

Aus der #21: The Who wurden 1964 gegründet und lösten sich 1983 auf. 1999 kam es zur Wiedervereinigung. Gegründet wurden The Who von Pete Townshend (Gitarre und Gesang), Roger Daltrey (Gesang), John Entwistle (Baß und Gesang, er verstarb 2002) und Keith Moon (Schlagzeug, verstarb 1978). Als weiteres wichtiges Mitglied der Gruppe gilt Kenney Jones, welcher von 1978 – 1988 bei The Who hinterm Schlagzeug saß. Aktuell sind The Who Pete Townshend (Gitarre und Gesang), Roger Daltrey (Gesang und Gitarre), Pino Palladino (seit 2002 am Baß), Zak Starkey (seit 1996 am Schlagzeug), John Bundrick (Keyboard, seit 1979 in der Gruppe) und Simon Townshend (seit 1996 für Gesang und Gitarre zuständig).

Die Band galt als eine der einflußreichsten britischen Rockbands der 60er und 70er Jahre. Allerdings war The Who ebenso als Radaugruppe der Modbewegung verschrien. Musikalisch und vom Auftreten her galten sie als radikalere Variante der Beatles und auch der Stones. Inspiriert wurden The Who von Musikern wie Bo Didley und James Brown, oder auch Marvin Gaye. Aber auch Eddie Cochrane hatte die Truppe inspiriert und dessen „Summertime blues“ brachte The Who eine geniale Coverversion und fälschlicherweise wird das Original immer wieder The Who angedichtet...;-)

Für die meisten The Who-Songs zeichnet sich Pete Townshend verantwortlich. Seine Einflüsse benannte er selbst mit der klassischen Rockmusik und Liedern wie „Rock around the clock“ von Bill Haley. Da Townshend die Rockoper erst bekannt machte, wird er nicht zu unrecht als einer der bedeutendsten Rock- und Pop-Komponisten bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Gitarristen der 60er Jahre wurde er weniger vom Blues beeinflußt. Er schaffte sich einen eigenen Stil, an dem sich sogar der Gitarrenvirtuose Jimi Hendrix orientierte. Er ist verantwortlich für den als „Windmühle“ („windmill“) bekannten Saitenanschlag, bei dem der Spielarm im weiten Bogen kreist. Laut Townshend eine Spielweise, die er sich bei dem Stones Gitarrero Keith Richards abschaute.

Sänger Daltrey war beeindruckt von Elvis Presley und mit dem 2004 eingespielten Stück „Real good looking boy“ widmete er seinem Vorbild eine Hommage. Die Musikpresse war nicht gerade beeindruckt von Daltreys Sangeskünsten, standen ihm aber einem außergewöhnlichen Stil zu.

Bassist Entwistle trug durch seinen eigenwilligen Baßstil zum bekannten Sound der Band bei. Das Baßsoli in „My generation“ wurde in der Musikpresse oft als das erste E-Baßsolo überhaupt bezeichnet. Sein Baßspiel wurde immer wieder positiv von Kritikern erwähnt und das Guitar Magazine ernannte ihn zum Bassisten des Millenniums.

Keith Moon galt zeitlebens als einer der größten Schlagzeuger überhaupt. Nach eigenen Aussagen wurde er stark vom Jazzschlagwerker Gene Krupa beeinflußt.

Mit der Oper „Tommy“ und dem Soundtrack bzw. Konzeptalbum „Quadrophenia“ schrieben die Briten Musikgeschichte. Aus der Originalbesetzung sind heute nur noch Sänger Roger Daltrey und Gitarrist und Sänger Pete Townshend mit dabei. Im Gegensatz zu anderen zweifelhaften Wiedergründungen von Bands, sollte man dies aber als echte Wiedervereinigung sehen.

The Who gelten als eine der einflußreichsten Rockbands und beeinflußten nicht nur die Modbewegung, sondern hinterließen ihre Einflüsse auch im aufkeimenden Punk und New Wave. Später orientierten sich etliche Britpopbands an den Heroen von einst. Die Rockoper „Tommy“ war u.a. für David Bowie und Pink Floyd große Inspiration.

Wenn The Who auch erst 1964 entstanden, so lagen die Wurzeln mit einiger Sicherheit bereits in der Gründung der Schulband The Detours, welche von Roger Daltrey 1959, im Nordwesten Londons, gegründet wurden. Daltrey war bei Detours der Leadgitarrist. 1961 oder 1962 stieß als erstes der Bassist Entwistle dazu und kurz darauf folgte Pete Townshend. Alle besuchten zu der Zeit eine Schule in Acton. Da es noch eine Band mit gleichlautenden Namen gab, benannte man sich 1964 in The Who um. Keith Moon ersetzte den am Schlagzeug tätigen Doug Sandom. So war das bekannteste Lineup vollständig.

Der Name wurde zwischenzeitlich nochmal in The High Numbers geändert. Verantwortlich war hierfür der vom Mod-Kult befallene PR-Manager Peter Meaden. Die von ihm geschriebene Single „I am the face/Zoot suit“ wurde schon im eigentlichen Entstehungsjahr 1964 veröffentlicht. Allerdings war der Band damit noch kein Erfolg gegönnt. Dies sollte sich erst mit neuem Management in Form von Kit Lambert und Chris Stamp ändern. Inzwischen nannte man sich auch wieder The Who.

Allerdings erlangten The Who anfangs nicht durch musikalische Leistungen Aufmerksamkeit, sondern dadurch, daß sie während eines Fernsehauftritts ihr Equipment kurz und klein schlugen. Dies wurde dann zum Running Gag. Pete Townshend soll bisher insgesamt mehr als 3000 Gitarren zu Klump geschlagen haben. Die letzte Gitarre zerschlug er 2004 beim ersten Japan-Gig. Roger Daltrey sinnierte mal darüber, daß es pro Auftritt meist nur etwa 100 Pfund gab, die zerstörten Instrumente aber wesentlich teurer waren... Von einer Kostennutzenrechnung also keine Spur, haha. War das Zerstören des Equipments anfangs noch gang und gäbe, so wurde es später nur noch sporadisch veranstaltet. Aber auch Hotelzimmer, in denen The Who gastierten, wurden oft demoliert. Zu seinem 21. Geburtstag versenkte Keith Moon einen Rolls Royce im Pool des Holiday Inn. Dies zog ein weltweites Hausverbot in den Hotels nach sich...;-) Moon soll in 14 Jahren einen Schaden von 250.000 britischen Pfund verursacht haben. 1973 kam es gar zu Festnahmen einzelner Bandmitglieder, nachdem mal wieder eine Hotelsuite zerstört wurde und die Festgesetzten erst gegen Zahlung einer Kaution von 6.000 $ wieder auf freien Fuß gelassen wurden.

1964 wurde der Musikstil von The Who als „Maximum R&B“ bezeichnet.

Mit „I can‘t explain“ erreichten sie ein Jahr nach der offiziellen Gründung bereits Platz 8 der britischen Singlecharts. Der Nachfolger „Anyway, anyhow, anywhere“ schaffte es immerhin auf Platz 10. 1965 erschien auch das Debutalbum „My generation“. Die LP kam sehr gut beim jugendlichen Publikum an. Zu der Zeit bevorzugte die Jugend Beatmusik und The Who schienen genau den Nerv der Zeit zu treffen. Gerade das Titelstück entwickelte sich zu einer Hymne der Jugend. Die Band selbst spielte in etlichen Clubs der Insel und wurden so schnell bekannt und beliebt.

Es folgten mehrere erfolgreiche Auskopplungen aus der LP und Singlehits wie „My generation“, „Substitute“, „I am a boy“ und „The kids are alright“. 1967 antwortete man auf das Beatles Album „Sgt. Peppers“ mit der Antivariante „The Who sell out“. Kommerziell war die LP nicht gerade erfolgreich und die Zerstörungswut der Gruppe ließ das Loch in der Bandgeldbörse nur noch größer werden.

Zwischen 1966 und 1977 war die Band auch einige Male in der Bundesrepublik zu sehen, hier gemeinsam mit den Lords. Auch hier wurde bereits nach einigen Liedern das gesamte Instrumentarium zerstört und die Bühne in eine Schutthalde verwandelt. Etwa zu dieser Zeit wurde das Gerücht laut, daß Moon und Entwistle die Band verlassen wollten, um woanders zu spielen. Allerdings ging das über ein Vorspielen nicht hinaus und so verblieben sie bei The Who. Die von beiden anvisierte Band war übrigens die von Jimmy Page in der Gründung befindlichen Led Zeppelin.

1969 schrieb Pete Townshend den Kassenschlager „Tommy“, welches eine Rockoper war. Wenn es auch mit „Pretty Things“ von F. Sorrow eine Steilvorlage als Rockoper gab, so war das Original doch kommerziell ein absoluter Flop und The Who konnten mit ihrer Rockoper Geschichte schreiben. Das Album schaffte es unter die Top 100 der 500 einflußreichsten Alben aller Zeiten. Weitestgehend war der Inhalt des Spektakels von Townshends indischen Guru Meher Baba beeinflußt. 1974 wurde das Ganze verfilmt. Neben Daltrey und den anderen Bandmitstreitern hatten auch Musiker wie Tina Turner, Elton John und Eric Clapton Rollen in der Verfilmung übernommen. Als bekannter Schauspieler konnte Jack Nicholson gewonnen werden. Die Oper wurde dann auch noch als Ballett und Musical aufgeführt. Waren erste Aufnahmen der Rockoper noch eher spartanisch ausgestattet, so wurde zunehmend immer mehr in die Umsetzung der Aufführung gesteckt. Auch auf der begleitenden Tournee gab es eine großartige Bühnenshow und Liveperformance der Oper. Dadurch erspielten sich The Who den Namen einer der angesagtesten Liveacts zu der Zeit.

1969 spielte die Band auch auf dem legendärem Woodstock Festival und kassierte dafür satte 11.200 US-$. Dadurch konnten erstmal die Schulden beglichen werden, lol. Da der Bankrott wie ein Damoklesschwert über der Gruppe schwebte, bestand man darauf, daß die Gage in bar bezahlt wurde. Während des Auftritts, als The Who gerade Stücke aus „Tommy“ aufführten wollte der Anführer der sog. Yippie-Bewegung eine Rede gegen die Verhaftung eines Mitglieds halten. Die Band wollte sich den Auftritt nicht nehmen lassen und Townshend prügelte den verhinderten Redner von der Bühne. Das Konzert lief von tief in der Nacht bis zum Morgengrauen. Der Film zum Woodstock-Spektakel ließ die Popularität der Band weiter anwachsen. Von The Who sind hier Ausschnitte aus „Tommy“ zu sehen.

The Who wollten allerdings nicht auf die „Tommy“-Oper reduziert werden und setzten dem das Album „Live at Leeds“ 1970 entgegen, um damit etwas Abstand von der Rockoper zu gewinnen. Das Album selbst enthielt gerade mal 6 Lieder, wovon drei auch noch Coverstücke waren, die aber zum regulären Set der Band gehörten. Die Aufmachung war sehr spartanisch und erinnerte gewollt an ein Bootleg. Bis heute gilt die LP als bestes Livealbum. Das ganze Konzert erschien erst 2001 als Do-CD.

Da „Tommy“ so eingeschlagen hatte, inszenierte Townshend 1970 eine weitere Rockoper namens „Lifehouse Project“. Sie sollte die Kraft der Musik widerspiegeln und Pete Townshend rührte kräftig die Werbetrommel. Die anderen Bandmitglieder standen dem Projekt allerdings eher skeptisch gegenüber. Im Zuge des ganzen Stresses brach Townshend irgendwann mit einem Nervenzusammenbruch zusammen. Das geplante Doppel-Konzeptalbum erschien nicht und die Stücke kamen als Singles auf den Markt, oder wurden für kommende Alben und Solowerke Townshends verbraten. Die LP „Who‘s next“ beinhaltet einige dieser Lieder, darunter die Klassiker „Won‘t get fooled again“, „Behind blue eyes“ und „Baba O‘ Riley“. Zumindest die ersten beiden Lieder sind etliche Male gecovert worden (auch von Skrewdriver bzw. Ian Stuart) und gehören zum The Who-Set wie der Rum im Tee...;-) Die LP „Who‘s next“ schaffte es unter die ersten 30 der besten 500 Alben überhaupt. Das Projekt selbst kam erst 1999 als Hörspiel komplett an die Öffentlichkeit und wurde im Jahr 2000 von Townshend ohne den Rest der Band aufgeführt.

Mit „Quadrophenia“ erschien 1973 die dritte Rockoper von The Who als Doppel-LP, da das „Lifehouse Project“ aber nie komplett erschien war es ja eigentlich erst die zweite Gesamtveröffentlichung einer Rockoper von The Who. An das Werk „Tommy“ reichte es nicht ran und auch so dümpelte das Werk kommerziell nur im seichten Fahrwasser dahin. Künstlerisch gilt es neben „Who‘s next“ aber zu den besten Alben der Band. Das Album enthielt einen Bildband mit einer Einleitung zum Thema. „Quadrophenia“ beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden der fiktiven Figur Jimmy. Jimmy gehört zur Subkultur der Mods und es geht um Bandenkriege zwischen Mods und Rockern und der Polizei im England der 60er Jahre. Der Film wurde 1979 gedreht und zeichnet eindrucksvoll nach, wie die Wirklichkeit damals aussah. Im Gegensatz zu vielen Skinheadfilmen wurde hier viel Wert auf Authentizität und weniger auf Klischees gelegt und somit ist der Film echt einer der besten Filme über Subkulturen ever! Mit „Quadrophenia“ gingen The Who dann auch wieder auf Tour, doch es war eher eine desaströse Tort(o)ur als eine großartige Tour zu einer tollen Platte... Ohne die Wunder der Technik hätten The Who das Werk live nicht umsetzen können und sie waren auf Bandgeräte angewiesen, die den Sound breiter wirken lassen sollten und den live gespielten Sound der Band noch untermauern sollte. Doch die Geräte funktionierten selten richtig und The Who verkürzten das gesamte Set so meistens auf ein paar wenige Stücke der Platte. Erst zwischen 1996 und 1997 wurde die gesamte Oper mit Gastmusikern vollständig uraufgeführt.

Auf „Quadrophenia“ folgte eine Schaffenspause und sämtliche Mitglieder widmeten sich Side- oder Soloprojekten. Townshend arrangierte „Tommy“ nun als Orchesterfassung und arbeitete an dem Filmsoundtrack. Daltrey hatte hier die Hauptrolle und The Who einen kurzen Gastauftritt. Entwistle brachte die Compilation „Odds & sods“ mit raren Stücken und B-Seiten von Who-Singles raus.

1975 wurde dann gemeinsam das Album „The Who by numbers“ aufgenommen und Townshend brachte hier thematisch seine Midlife-Krise ein, da er unlängst 30 wurde...;-) Mit einer „Greatest Hits“-Tour ging es dann auch wieder auf die Bühne. Die Fans durften hier allerdings wenig bis gar keine neuen Lieder erwarten.

Im Mai 1976 spielten The Who sich ins „Guinnessbuch der Rekorde“ als lauteste Rockshow der Welt, gemessen wurden 120 Dezibel in 50 Meter Entfernung von der Bühne. Dies übertrafen erst Manowar etliche Jahre später.

Nach etwa drei Jahren Pause erschien dann 1978 „Who are you“, auch hier war Townshend wieder federführend. Im gerade aufkeimenden Punk sah er die Möglichkeit auch The Who neu zu positionieren und wollte die Kraft und Energie des Genres in die Musik der eigenen Band stecken. Keith Moon war zu den Aufnahmen bereits sehr angeschlagen und ist bei einer Aufnahme gar nicht mehr zu finden. Trotz Veränderungen in der Musik war die Musikpresse der Meinung, daß The Who dem Punk und New Wave nicht viel entgegen setzen konnten. Im September verstarb Schlagzeuger Moon an einer Überdosis von Medikamenten, die er gegen seine Alkoholsucht verschrieben bekam.

Man entschied, nun ohne Moon weiter zu machen und einen neuen Schlagzeuger ins Boot zu holen. Kenney Jones kam zu The Who. Er spielte vorher für die Small Faces. Und mit John Bundrick als Keyboarder wurde das Live-Lineup verstärkt. 1979 gab es die erste Tour in neuer Besetzung. In Cincinatti kam es vor einem Konzert zu einem tragischen Zwischenfall. 11 Konzertbesucher wurden am Einlaß erdrückt, da sich zu große Menschenmassen durch die engen Einlasse drängten. Aus Angst vor weiteren Opfern und einer eventuellen Panik wurde über dem tragischen Geschehen der Mantel des Schweigens gehängt. Weder Zuschauer noch die Band erfuhren was von der Tragig. Das Konzert lief stur nach Plan ab und von dem Unglück vor dem Konzert erfuhren Fans und Band erst nach dem Konzert. Townshend setzte das Ganze sehr zu.

1979 und 1980 waren The Who in Bestform und Gigs und Touren waren fast immer ausverkauft, doch Townshend hatte nicht mehr all zu viel Interesse an der Band. Er unterschrieb mit The Who zwar noch einen Vertrag für weitere Veröffentlichungen, schloß aber auch einen Vertrag über Solowerke ab. Das bedeutete aber auch zusätzliche Belastung für den Musiker. `81 ging er fast an einer Überdosis drauf. Auf einem Solo-Album, „Empty glass“, ging er mit seiner Alkoholsucht quasi an die Öffentlichkeit.

Die LP „Face dance“ erschien im Jahr 1981, bis auf eine Singleauskopplung war das gesamte Album wenig erfolgreich. Eine Release-Tournee mußte fast komplett abgesagt werden, da es der Gesundheitszustand von Pete Townshend nicht zuließ. Außerhalb Groß Britanniens fand lediglich ein Konzert im „Rockpalast“ in Essen statt.

1982 tourten The Who fast über das ganze Jahr. Neben Townshends Solo-LP „All the best cowboys have chinese eyes“ konnten The Who noch „It‘s hard“ einspielen. Man war also immer noch ziemlich emsig und umtriebig. Die Band machte sich einen einfachen Trick zur Ankopplung der Plattenverkäufe zu Nutze. Sie behaupteten einfach, daß das ihre letzte Tour sei. Ihre große Tourneepräsenz und die recht erfolgreichen Soloalben Townshends kurbelten den Verkauf von „It‘s hard“ noch zusätzlich an. Am 17. Dezember 1982 sollte in Toronto dann wirklich ein vorerst letztes Konzert stattfinden. Vorher tourte man quer durch die USA und spielte in komplett ausverkauften Stadien. Als Vorgruppe traten desöfteren die Punks von The Clash auf. Von der Radikalität auf der Bühne her hatten The Clash ja eine ähnliche Vita wie The Who.

Es war zwar eingeplant, ab und an noch aufzutreten und weitere Platten aufzunehmen und es standen schon einzelne Demos, die Auflösung der Band konnte es aber erstmal nicht mehr verhindern. 1983 waren The Who erstmal Geschichte. Nach der Auflösung erschien dann die Live-LP „Who‘s last“ und die Musiker beschritten fortan Solopfade.

1985 organisierte Bob Geldof „Live Aid“ und wollte für das Konzert im Londoner Wembley Stadion unbedingt The Who mit auf der Bühne haben. Das Beknien der Band half und The Who standen für vier Lieder wieder auf einer britischen Bühne. Allerdings glänzten The Who hier nicht gerade durch Können. Man hatte so gut wie nicht geprobt und das für „Live Aid“ geschriebene Lied konnte nicht aufgeführt werden. Die Band überzog die, für sie eingeplante, Zeit, sodaß die Satellitenübertragung vorübergehend zusammen brach.

Nun sollte es drei Jahre dauern, bis The Who wieder gemeinsam auf der Bühne standen. 1988 anläßlich einer Ehrung mit dem „British Phonographic Industry’s Lifetime Achievement Award“ fand dann der letzte Auftritt mit Kenny Jones am Schlagzeug statt.

1989 fanden zwei neue Who-Lieder Eingang in ein Musicalalbum von Pete Townshend. Anläßlich des 20 jährigen Bestehens von „Tommy“ ging es mit einigen Gastmusikern, aber schon ohne Jones, auf eine Tournee. Am Schlagzeug war zeitweise Toto-Schlagwerker Simon Phillips zu sehen und zu hören. Auf den Konzerten wurden nun fast alle Lieder der Rockoper gebracht und Townshend stellte immer auch noch einige seiner Solostücke vor. Die Band verdiente mit der Tour fast 30.000.000 US-$.

1990 wurde die Band in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.

1991 spielten Townshend, Daltrey und Entwistle ein Lied für einen Elton John-Tribut ein.

Anläßlich seines 50. Geburtstages gab es an zwei Abenden Auftritte der 1989er The Who. Townshend hatte allerdings wenig Muße, auch der geplanten Tournee beizuwohnen. Dadurch daß Pete Townshend als Zugpferd fehlte, zog die Tour nicht so viel Publikum wie benötigt an, um die immensen Tourkosten zu decken.

„Quadrophenia“ wurde 1996 im Hyde Park aufgeführt, ohne daß The Who unter dem Bandnamen auftraten. Nun sollte es auch wieder auf Tournee gehen. Seit 1981 stand auch Deutschland wieder auf dem Tourplan. Neben dem Sohn von Ringo Starr am Schlagzeug, wurde Townshends Bruder für die zweite Gitarre verpflichtet.

1999 ging es dann mit Zak Starkey und John Bundrick wieder auf Tour. Musikalisch wurden jetzt nicht mehr die Konzeptalben live unters Volk geworfen, sondern ihre größten Hits. In Amerika kam es zu einigen Benefizauftritten der Band.

2000 folgte dann eine „Greatest Hits“-Tour, Höhepunkt war dann der Auftritt in der Royal Albert Hall. Hier war dann auch viel Prominenz vor Ort. Den Auftritt gibt es als CD- und DVD-Mitschnitt. Seit 2002 werden auch regelmäßig Liveaufnahmen veröffentlicht und mit dem Erlös der Teenage Cancer Trust unterstützt.

2001 spielten The Who dann in New York zugunsten der Opfer vom 11. September.

2002 verstarb Bassist John Entwistle an einem Herzinfarkt, der durch Kokain hervorgerufen wurde. The Who entschieden sich wieder einmal zum Weitermachen. Als Baßersatz kam nun Pino Palladino, der sich schon Sporen bei Tears For Fears, Eric Clapton, , Phil Collins, Elton John und Paul Young verdiente. Weitere Unterstützung kam von Simon Townshend.

2003 wurde Pete Townshend der Besitz von Kinderpornos vorgeworfen. Er setzt sich intensiv für die Rechte von Kindern ein und sammelte Material gegen Pädophile und besaß von daher dieses Material. Er bestritt somit die Vorwürfe gegen ihn. Auch wenn das Verfahren gegen Townshend eingestellt wurde, so war der Ruf erstmal nachhaltig angeknackst. Dennoch konnte er nun erleichtert wieder an musikalische Vorhaben rangehen.

2004 gab es in einer Single-Box und auf der „Best of...“-Compilation „Then and now“ mit „Real good looking boy“ und „Old red wine“, eine Hommage an Entwistle, wieder neue Stücke von The Who zu hören. Beim Isle of wight-Festival wurde die Band als Headliner gebucht.

2005 sollte dann ein weiteres Studioalbum folgen, das Projekt wurde aber erstmal auf Eis gelegt. Drummer Starkey widmete sich derzeit lieber der Schießbude von Oasis. Bei der Reanimierung des „Live Aid“-Konzertes traten The Who unmittelbar vor Pink Floyd auf. Daltrey glänzte in dem Jahr auch durch fast 50 Auftritte bei „Night of the proms“ und Townshend ging solo mit seiner Lebensgefährtin auf Tour und machte übers Internet sein Projekt „The boy Who heard music“ publik.

2006 kam es zu einer weiteren großen Welttournee. Am Tourlineup hatte sich nichts weiter geändert. Der Tourstart fand in Leeds Mitte 06 statt, hier wurde schon das legendäre Konzert von 1970 mitgeschnitten. In den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz absolvierte die Band insgesamt 6 Auftritte. Als Vorgeschmack auf das 2006 erscheinende Album „Endless wire“ kam vorher schon eine EP unter dem Namen „Wire & glass“ auf den Markt. Das Album war das erste Studiowerk nach 23 Jahren. Im Gegensatz zum Album, welches geteilte Meinung hervorrief, war die Releasetour ein voller Erfolg für die Band.

2008 waren Daltrey und Townshend für den Teenage Cancer Trust als Duo aufgetreten. Im November ging es neben einer USA-Tour zum zweiten Mal nach Japan. Den Jahresabschluß bildeten drei Who-Konzerte in London.

Im Februar des letzten Jahres trat die Band in der Halbzeitpause des Super bowl XLIV in Miami auf, hier brachten The Who ein Medley ihrer größten Hits und im März 2010 folgte ein weiterer Benefiz-Auftritt zugunsten des Teenage Cancer Trust.

Dieses Jahr wollen The Who auch wieder auf größere Tournee gehen.