MFgrau

logoschwarz

The Pogues (England)

Aus dem Working Class Skins #13: 1977 gründeten Shanne Bradley (Baß) und Shane MacGowan (Gesang) die Punkband The Nipple Erectors. Zum ursprünglichen Lineup gehörten außerdem noch Roger Towndrow (Gitarre) und Gerry MacIlduff (Drums).

1978 veröffentlichten sie ihre erste Single „King of the Bop“. Der Name wurde dann auf The Nips gekürzt, um Auftrittsverbote, Radioboykotte und Vertragsablehnungen entgegen zu wirken. Das Lineup wechselte desöfteren, lediglich die beiden Gründungsmitglieder waren ständiger Bestandteil der Band. Unter anderem spielte auch James Fearnley bei den Nips Gitarre und war später auch festes Bestandteil der Pogues. Auch John Moss, späterer Schlagzeuger bei Culture Club, hatte ein Gastspiel bei den Erectors.

Auch die zweite Single „All the time in the world“ erschien bereits 1978 und 1979 erschien die Single „Gabrielle“, die schon ein kleiner Hit war.

1980 erschien dann ein Livealbum mit dem Titel „Only the end of the beginning“ und 1981 erschien als letzte Single „Happy Song“.

Ende 1980 lösten sich The Nips auf und Shane MacGowan und Peter „Spider“ Stacey gründeten 1981 The New Republicans.

1982 kam Multitalent James Fearnley wieder in die Truppe und gab der Band durch sein Akkordeon das gewisse Etwas. Aus The New Republicans gingen dann irgendwann 1982 Pogue Mahone hervor. Der Name wurde vom gälischen „Póg mo thóin“ abgeleitet und heißt in etwa „Küßt meinen Arsch“. Kurz nach der Namensänderung stießen noch Cait O´Riordan als Bassistin und Jem Finer am Banjo zur Band.

1983 kam Andrew Ranken als neuer Schlagzeuger zu Pogue Mahone.

Mit „Dark streets of London“ erschien bereits 1984 die erste Schallplatte von Pogue Mahone, allerdings war der Name wieder einmal Stein des Anstoßes, wie schon zu Zeiten von The Nipple Erectors und Radiostationen wollten die Single nicht spielen. Auch so konnten sich die Youngsters, welche sie ja eigentlich nicht mehr waren, schnell einen Namen erspielen und tingelten durch die Pubs, wo sie das Publikum begeisterten. Pogue Mahone tourten als Vorband der Punkband The Clash und Sänger Joe Strummer war nicht nur ein guter Freund der Pogues, sondern sollte später auch für die Band noch eine wichtige Rolle spielen.

Bei Stiff Records erschien noch im gleichen Jahr das Debutalbum „Red roses for me“ und auf Druck der Plattenfirma wurde der anrüchige Name in The Pogues geändert. Dieser Name war aber längst die umgangssprachliche Bezeichnung für die Folkpunker mit irischen Wurzeln. Das Debutalbum beinhaltete traditionelle irische Songs in Pogues-Interpretation und eigene Stücke. Textlich war es immer eine Mischung aus irischen Nationalismus, das Leben der Iren in England und Amerika, sowie Trinklieder.

1985 kam Phil Chevron als Gitarrist hinzu und Elvis Costello wurde der Produzent der Band. Das Album „Rum, sodomy and the lash“ erschien. Mit „Dirty old town“ enthielt das Album eines ihrer bekanntesten Songs, auch ist auf der Platte eine tolle Coverversion des Stückes „And the band played Waltzing Matilda“ zu hören.

Drei Jahre später erschien das dritte Album mit Namen „If I should fall from grace with god“, welches Steve Lilywhite produzierte. Die LP erzielte auch den größten kommerziellen Erfolg für die Pogues. Mit der Platte landeten sie auf Platz 3 der UK-Charts. Das gemeinsam mit Kirsty MacColl produzierte Lied „Fairytale of New York“ erreichte gar Platz 2 der Hitliste.

Im selben Jahr erschien die Coversingle „Yeah, yeah, yeah, yeah“, wo sich die Pogues am Stones-Klassiker „Honky tonk women“ versuchten. Durch die Charterfolge waren The Pogues nun auch auf den Bühnen der Welt daheim und tourten zusammen mit Bands wie U2 oder den Dubliners.

Mit der LP „Hell's ditch“ wurde 1990 auch langsam das vorläufige Ende der Pogues eingeläutet. Die Platte überzeugte weder Fans noch Kritiker und Shanes Drogen- sowie Alkoholkonsum wurde für die Band immer mehr zum Problem und das obwohl Shane selbst im Vollrausch noch Konzerte zustande brachte... Er bekotzte auch mal das Publikum und nach einem Zusammenbruch während eines Konzertes in Tokio hatte die Band die Schnauze voll und setzte ihn quasi vor die Bühne. So fehlte der Band nicht nur ein genialer Kopf, sondern auch ein sehr talentierter und nicht austauschbarer Songwriter.

Der damalige Produzent und Manager und einstige The Clash-Sänger, Joe Strummer, versuchte dann kurzzeitig Shanes Part zu übernehmen, wurde bei Konzerten jedoch ausgebuht und somit war das Kapitel zu Ende bevor es begonnen hatte. Dann übernahm Peter „Spider“ Stacy den Gesangspart, doch an alte Erfolge sollte die Band nicht mehr anknüpfen können.

Es entstand 1993 das Album „Waiting for Herb“, doch es kam, wenn überhaupt, nur mäßig bei Fans und Kritikern an. Allerdings konnte die Single „Tuesday Morning“ kurzfristig in den Top Ten landen und so nochmal ein paar Punkte gutmachen. Aber die Stimme eines Shane MacGowan gehört nunmal zu den Pogues wie „Whiskey in the jar“ zu den Klassikern unter den Irish Folk-Songs und auch das MacGowansche Songwriting fehlte der Truppe fortan. Fazit? Werfe nie einen genialen Trunkenbold aus einer Band, die auch textlich dem Alkohol nicht abgeneigt ist...;-)

1995 erschien dann mit „Pogue Mahone“ noch ein letztes Pogues-Album, doch auch das konnte nicht mehr retten, was nicht zu retten war.

Ein Jahr später waren die Pogues Geschichte. Shane MacGowan konnte an alte Erfolge anknüpfen, indem er unter dem Namen Shane MacGowan and the Popes weiter Platten veröffentlichte.

2001 und auch 2004 gab es einige Reunion-Konzerte der Pogues und 2005 gab es eine kleine Japantour. Ende 2005 gab es dann eine weitere Tour in England und Irland und mit Beginn des Jahres 2006 ging es an die amerikanische Ostküste. 2010 gab es nach etlichen Jahren Ruhe auch wieder Pogues-Konzerte in Deutschland.

Meik