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The Dockside Hookers (Kanada)

Aus der #18: Bitte stellt Eure Band den Lesern einmal vor und erzählt etwas zum Bandnamen. Gebt uns einen kleinen Einblick in Eure Bandgeschichte.

A: Okay, es begann alles 2002. Sylvain (unser erster Bassist) und ich probten bei Sylvain daheim. Allerdings nur Gitarre und Baß. Wir wollten eine Mischung aus Oi! und Streetpunk mit 'ner Menge Melodie machen. Später trafen wir auf Cam (unser erster und auch aktueller Schlagzeuger) und starteten eine 3 Mann-Kombo. Das Lineup bestand so etwa 4 Jahre. Wir spielten ein nicht gerade dolles Demo 2005 ein und spielten zu der Zeit auch 4 oder 5 Mal live.

Später verließ Sylvain die Band aus persönlichen Gründen und Fred (derzeit Rhytmus-Gitarre) nahm seinen Platz ein. Nach einigen Monaten griff Phil zum Baß und Fred wechselte an die Gitarre. In dieser Besetzung nahmen wir auch unsere erste CD auf und veröffentlichten diese in Eigenregie. Darüber hinaus gaben wir auch immer mehr Gigs. Unsere alljährliche Punx- und Skins-Weihnachtsfeier startet dieses Jahr mit uns in der Stadt von Quebec.

Im Sommer 2008 verließ Phil die Band, da es Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und mir gab. Wir hatten nie ein besonders gutes Verhältnis zueinander, aber er war ein verdammt guter Bassist.

Ein alter Freund von mir nahm den freien Platz ein. Max war inzwischen das dritte Mal in unserer Band. Eigentlich gehörte er irgendwieimer zur Gruppe, wenn er auch nicht ständig Mitglied bei Dockside Hookers war.

Wir nahmen mit diesem Lineup die „Killing the music“ EP im vergangenen Winter auf und spielten auf vielen Konzerten diesen Sommer. Auch traten wir nun Mal außerhalb unserer Provinz auf. Wir waren in Ontario und in den Maritimes für eine kleine Tour.Und wie es das Schicksal so will, verließ Max uns nun wieder einmal... Das sagte er mir letzten Monat under meinte, daß es einfachzu viel für ihn sei. Er istaber auch wirklich sehr eingespannt mit der Schule, seinen Job und da er verheiratet ist, bleibt echt nicht mehr viel Zeit für die Band. Nun sind wir also wieder auf der Suche nach einen geeigneten Bassisten.

Es war die Idee von Max, daß wir unter dem Namen „Dockside Hookers“ spielen. Er sah eine TV-Show „The Osbournes“ und hörte Ozzy zu einem aus der Maske sagen, daß er (Ozzy) aussehen wollte wie ein „Fucking Dockside Hooker“ und das war es, so kamen wir zu unserem Namen.

Euer Album kann über das japanische Label „Uncle Owen Records“ und das deutsche Label „Bandworm Records“ bestellt werden. Warum habt Ihr dafür kein kanadisches Label gewählt? Habt Ihr bei Euch keine geeigneten Labels?

A : Das ist eine berechtigte Frage, lol... Ich kann es Dir aber auch nicht sagen. Unsere aktuelle 7 ist über „Bandworm“ und „Longshot Music“ erhältlich. „Longshot“ ist ein kanadisches Label und mit Sicherheit das bekannteste hier in Kanada. Mike von „Longshot“ hat sein Label nun zwar in San Franzisko, USA. Aber im Herzen eines jeden Kanadiers ist es ein kanadisches Label, hehe.

Habt Ihr beim Label angefragt, oder fragten sie Euch? Wie kam der Vertrag zustande?

A : Wir fragten sie. Wir hatten schon unsere Songs eingespielt und fragten dann einfach verschiedene Labels. Max machte gute Arbeit und er fragte auch an bei „Longshot“ und „Bandworm“.

Wie kam es, daß Ihr neben einem europäischem Label auch ein japanisches zum Vertrieb bewegen konntet? Habt Ihr dort so viel Fans?

A : Ich lernte Sota „Uncle Owen Records“ über myspace kennen. Wenn jemand in Japan unsererstes Album hört, so möchte ich Sota dafür danken! Es gibt so viele Menschen in Japan und wir sind dort unbekannt. Wenn es sich ändert, lasse ich es Dich wissen.

Eure 7 heißt „Killing the music“. Warum, erzählt uns mehr.

A : Eine Menge Leute hat kein Interesse mehr noch CDs zu kaufen. Sie laden sich alles runter. Die Majorlabel und die kommerzielle Musikindustrie redet davon, daß die Musik dadurch getötet wird, aber das ist falsch. Eine Menge an kleinen Bands können durch diese Art der Verbreitung bekannt werden. Die Musikindustrie sprach in den 80ern schonmal davon, als jeder sich seine Musik auf Kassetten aufnahm. Der Titel unserer 7 ist eine Anspielung auf all das.

Ein Lied heißt „United“, was bedeutet das für Euch?

A : Einige denken, daß Punkmusik nur ein Trend ist. Hier in Quebec gibt es eine Menge an Läden, wo du Klamotten von Punk über Goth bis HipHop kaufen kannst, alles in einem Laden. Sie nehmen verschiedene Stile auf und mischen diese zu einem und wollen dann Rebellen sein. Unsere Musik ist Tradition und kein Trend!

Ein anderes Lied heißt“Pride“, was bedeutet Euch Stolz?

A : Stolz auf die Arbeiterklasse. Wir arbeiten hart für eine geringe Bezahlung. Wir sind nicht wirklich reich, aber wir sind stolz auf das, was wir sind.

Was ist für Euch „der falsche Platz und die falsche Zeit“?

A : Es gibt hier eine Menge an Irish Pubs und das scheint derzeit ein Trend zu sein, als normaler Mensch in den Pubs abzuhängen. Du wirst wissen, daß Skinheads irische Musik liebenund ebenso die Pubs und wenn ein Stino dann einen Pub voller Skins betritt ist es wohl der falsche Ort zu der falschen Zeit und darum geht es in dem Lied.                                       

Ich kenne bisher nur Eure 7 (das Album kenne ich jetzt auch -Anmerkung Meik) und ich mag diese. Ist die LP im gleichen Stil? Erzählt mal etwas zum Debut.

A : Das erste Album ist dem der 7 ziemlich ähnlich. Allerdings finde ich es etwas rauer. Wir hatenn bis zur 7 mehr Zeit Sachen auszuprobieren, sodaß ich denke, daß man da Unterschiede hört. "Killing the music" ist ausgereifter als die „Forever young“ LP und die Aufnahme klingt besser.

Erzählt etwas über die Texte der Lieder auf der LP.

A : Wir sind nicht gerade eine politische Band. Wir sprechen die Dinge aus, die uns anpissen. Aber wirklich irgendwo engagiert sind wir nicht. Wir wollen eine tolle Zeit mit Freunden haben, unser Bier in Kneipen trinken, nachdem wir eine harte Woche rumbekommen haben. Das ist das, worüber wir singen.

Ihr spielt einen schnellen melodischen Sound und ich würde es als Oi! und Streetpunk bezeichnen, seht Ihr das auch so?

A : Yeah! Wir mögen schnelle Melodien und Bands wie Subway Thugs und die Cleats beeinflußten uns.

Erzählt den Lesern mal etwas über die Szene in Kanada und Eurer Gegend.

A : Wir haben eine Menge an guten Bands hier in Kanada und wir sind sehr stolz auf unsere Szene! Allerdings ist das Problem, daß unser Land einfach zu groß ist. So ist es nicht ungewöhnlich zwischen zwei großen Städten 12 Stunden zu fahren, um von die eine in die andere zu kommen. Ich kenne eine Menge großartiger Punk- und Oi!-Bands an Kanadas Westküste, aber ich kann nichts über die regionale Szene dort sagen. Ich wohne 5 Stunden von Boston, USA, entfernt, aber 48 Stunden von Vancouver. Das sind die Sorgen unserer Szene.

Ich kann Dir sagen, daß in unserer Provinz um Quebec die Szene recht groß ist. Auch gibt es hier eine Menge guter Bands. Esgibt z.B. Buddha Bulldozer in der Cam, unser Drummer, singt. Es ist eine gute Oi!-Band. Dann gibt es Maggoty Brats (eine Folkpunk-Band), die Nailheads (Punk), Bloodshot Bill (eine Rockabilly-Band), The Brains (die machen Psychobilly), Esclaves Salariés (franz. Punk) und eine Menge mehr.

Ist die Punk- und Skinszene in Kanada vereint?

A : Ja, das trifft zu. Hier gehen Punks und Skins auf die gleichen Konzis und sie trinken auch in den selben Bars.

40 Jahre Skinheads, Euer Statement dazu.

A : Die Skinheadkultur bleibt bestehen. Es gibt immer mehr Skinheadbands, du bekommst Filme darüber im Kono zu sehen. Ich brauche nur den Film „Skinhead cross culture“ nennen, es ist die erste amerikanische Dokumentation über Skins. „This is England“ ist ein verdammt guter Film. Die Szene wird immer stärker und das von Tag zu Tag, aber sie bleibt ihren Untergrundwurzeln treu. Das ist doch geil, zumindest finde ich das.

Was sind die besten Platten des Jahres und was die schlechtesten?

A : „Our nations burning“ von Bonecrusher, „In Toifel's Küche“ von Berliner Weisse sind wirklich gute Sachen. Auch gab es da eine Band aus Charlottetown in Kanada, die ich über myspace kennenlernte. Ihr Name war Cheers to beers. Leider existiert sie nicht mehr, aber sie spielten einen verdammt geilen melodischen Punksound. Ich fragte nach ihrer CD und warte immer noch, haha. Ihr solltet mal auf deren myspace-Profil gehen.(www.myspace.com/cheerstobeers).

Das Schlechteste, was ich dieses Jahr hörte, kann ich nicht sagen. Ich würde mal das neue Lost Fingers Album nennen.

Nennt uns mal Eure besten Erlebnisse des Jahres und Eure schlechtesten Erlebnisse.

A : Das Schlimmste ist wohl die Wirtschaftskrise. Eine Menge Fabriken sterben dadurch in Nordamerika und Millionen verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze, das ist wirklich bitter.

Das Beste ist alles, was mit dem kanadischen Hockey zu tun hat. Aber ich denke, Du weißt das. Quebec City wurde wieder ein NHL-Team und das ist wirklich geil für uns.

Okay, nun ist Zeit für abschließende Worte.

A : Alles klar. Ich danke Dir, Meik, für das Interview. Außerdem danke ich allen, die unsere Musik hören. Ich danke denen, die das hier lesen und hoffe, Ihr mögt unsere Musik!