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Spreegeschwader (Deutschland)

Aus der #13: Standardfrage für alle, die Euch noch nicht kennen: wer spielt bei Euch welches Instrument?

Die Bandbesetzung besteht seit einigen Jahren beständig aus 3 Leuten. Als da wären:

Alex, Gesang und Baß, Bahls an den Drums und unser guter Motte an den Gitarren.

Wer kam auf die Idee, Spreegeschwader zu gründen und warum?

Bahls und Alex lernten sich 1994, auf dem Weg zu einem Konzert, kennen. Beide verstanden sich auf Anhieb und es stellte sich schnell heraus, dass beide auch schon irgendwie musikalisch aktiv waren. Nichts weltbewegendes, aber beide entschlossen sich nun gemeinsam zu musizieren. Warum? Weil beide Spaß an der Musik gehabt haben und natürlich auch, weil sie etwas bewegen wollten.

Eure ersten beiden CDs („Eisern Berlin“ und „Orientexpress“) waren musikalisch ja noch sehr Oi!lastig, also eher traditionelle Skinheadmucke. Dann ging es musikalisch immer mehr in die Hardcore-/Hatecoreecke. Wie kam es dazu?

Das ist richtig. Zum Großteil hat das ja auch mit den spielerischen Fähigkeiten zu tun. Da war damals einfach nicht mehr drin, als dieses einfache 4 Akkorde-Gedudel. Aber auch der Zugang von Motte beeinflusste unseren Stil entscheidend. Ihm und uns war klar, dass wir musikalisch etwas anderes machen wollten, als das herkömmliche Oi!/RAC-Geschruppe. Allerdings orientierten wir uns überhaupt nicht an Hardcore-/Hatecore-Kapellen, sondern eher an Metal und Trashmetal Bands, was natürlich auch durch unseren eigenen Musikgeschmack kam. Eine genaue Richtung hatten wir, trotz etlicher langer Diskussionen, damals noch nicht im Kopf. Der Stil entstand dann eigentlich erst beim Ausarbeiten der ersten Lieder. Nicht alles, was härter und schneller ist, ist Hardcore/Hatecore!!!

Ihr habt sogar alte Lieder in diesem neuen Stil als „Best of...“ veröffentlicht. Wieso das?

Das hatte mehrere Gründe. Der eine war, dass unser damaliges Label die Rechte unserer ersten CDs einfach unerlaubterweise weiterverkauft hatte. Nach dem Weg zum Anwalt war klar, dass nun alle Rechte bei uns liegen und wir nun entscheiden konnten, was mit den alten Produktionen geschieht. Da wir zu diesem Zeitpunkt schon einige alte Lieder „umgearbeitet“ hatten bzw. auch schon live diese Lieder anders interpretiert hatten, kam uns die Idee, dass wir die alten Scheiben komplett vom Markt nehmen und dafür das neue „Best of...“-Album aufnehmen. Da steckte wirklich eine Menge Arbeit drin. Wir haben nicht einfach nur die Lieder ein bisschen schneller gespielt, sondern eine Menge an den Stücken umarrangiert. Das war auch die Gelegenheit, die Leute darauf vorzubereiten, was sie in Zukunft von uns zu hören bekommen.

Was denkt Ihr allgemein über die traditionelle Oi!-Musik? Welche Rolle spielen Bands wie 4 Skins, Condemned 84 oder The Business Eurer Meinung nach heutzutage in der Szene? Hört Ihr diese, eher unpolitischen, Sachen selbst?

Mensch, mit der Musik sind wir aufgewachsen! Aber schau Dir die heutige „Skinhead-Szene“ mal an, ich bezweifle, dass überhaupt noch jemand die Bands, geschweige denn die Musik kennt! Sicherlich hat sich auch die „Szene“ extrem geändert, wir denken zum positiven. Aber der „Skinhead-Kult“ (wenn man ihn denn lebt) fängt ja nicht bei Kraftschlag und Landser an. Die traditionelle Oi!-Musik hat unserer Meinung nach durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Eure ersten beiden CDs habe ich in Eurem Katalog gar nicht gesehen. Es soll da Unstimmigkeiten mit „Hanse-Records“ gegeben haben. Was ist/war los?

Wie in Frage 4 bereits ausführlich erläutert, hatten „Hanse-Records“, ohne irgendwelche Absprachen mit uns zu treffen, die Rechte einfach verkauft. Das war aber rechtswidrig und so hatten wir alle Rechte an unseren Scheiben, welche sowieso bei uns lagen. Wir könnten die CDs aber jederzeit neu auflegen, aber dann hätten wir uns auch die neu eingespielte „Best of...“ sparen können.

Von dem Soloprojekt von Alex ist die Fortsetzung, in Form des zweiten Teils rausgekommen. Spielst Du, Alex, auf den beiden Teilen wirklich alle Instrumente selber, oder hattest Du beim Einspielen Gastmusiker oder einen Drumcomputer oder so etwas?

Nein, das ist natürlich Quatsch, dass ich alle Instrumente selbst eingespielt habe. Schön wär´s... Also, zustande kam dieses Soloprojekt in einer Zeit, wo es mit Spreegeschwader nicht so richtig lief (kein Proberaum, neue Musiker bei der Bundeswehr, etc...). Das war im Jahre 1999. Ich kannte einen guten Studiomusiker und wollte ein paar eigene Ideen verarbeiten. Beim ersten Teil kam ein Drumcomputer zum Einsatz, was mich persönlich sehr gestört hat. Das zweite Soloalbum kam eher zufällig zustande, denn eigentlich lief es bei Spreegeschwader bestens und ich hatte gar keine Zeit für andere Projekte. Aber der Studiomusiker hatte wieder einige musikalische Ideen und so arbeiteten wir an dem zweiten Teil. Ich wollte aber keinen Schrott abliefern und konnte mich erst nach den Aufnahmen der „Gefangen im System“ so richtig damit befassen. Daher zog sich die Aufnahme der Soloscheibe über zwei Jahre hin. Diesmal (mit Ausnahme von zwei Liedern) mit richtigem Schlagzeug.

2002 habt Ihr auf dem „Pressefest“ des „Deutsche Stimme Verlages“ gespielt. Wie hatte Euch die Veranstaltung allgemein und Euer Auftritt im Besonderen gefallen?

Das war, unserer Meinung nach, das professionellste Konzert, welches wir bisher hatten. Open Air, riesengroße Bühne, die Ton- und Lichtanlage perfekt. Das war echt der Hammer gewesen, ohne Frage. Und das Publikum hat auch richtig abgerockt, das war unbeschreiblich. Unser Auftritt selbst? Hmm, wir hätten gerne noch mehr getobt, aber wir arbeiten dran...

Spielt Ihr häufiger auf politischen Veranstaltungen? Ihr sollt ja, lobenswerter Weise, ein Solidaritätskonzert zugunsten der Hochwasseropfer 2002 gegeben haben.

Wir haben schon unzählige Benefizkonzerte gegeben, wenn Not am Mann war. Das Konzert für die Flutopfer war, ebenso wie das „Pressefest“, von Jens Pühse organisiert worden und auf seine Anfrage haben wir natürlich spontan zugesagt. Das war übrigens auch ein Hammerkonzert!!! Für uns ist es überhaupt kein Problem, auf politischen Veranstaltungen zu spielen. Nebenbei gesagt: Sind nicht alle unsere Veranstaltungen politisch???

Seid Ihr sonst politisch aktiv, oder in Parteien und/oder Organisationen eingebunden?

Ja, nein, vielleicht...

Aus Berlin kommen ja auch noch andere sehr gute nationale Kapellen. Mit KDF hat Alex ja auf seinem Soloprojekt etwas gemacht. Wie sehen sonst die Kontakte aus?

Wir sind eigentlich alle sehr gut befreundet oder halten engen Kontakt. So etwas wie Konkurrenzgefühl gibt es eigentlich nicht. Jeder gibt sein bestes, was den anderen auch wieder anspornt.

Das Schicksal von Lunikoff ist allgemein bekannt. Die anderen Musiker haben Bewährungsstrafen erhalten, weil sie Reue gezeigt hätten, so das Gericht. Was wisst Ihr darüber?

Es sind Ratten und sie werden ihre gerechte Strafe bekommen.

U-Bahnfahren ist in Berlin bekanntermaßen Streß. Auch sonst ist der multikulturelle Wahnsinn in Berlin allgegenwärtig. Welche Stadtteile sind davon am wenigsten betroffen, wo kann man sich auch mit kurzen Haaren noch frei bewegen? Habt Ihr Streß mit Antifanten?

Immer wieder gern gestellte Frage! Selbstverständlich kann man sich überall frei bewegen, sollte man nicht im übelsten Kraken-Outfit herumlaufen. Sicherlich sind die Randbezirke, sowie der Großteil der östlichen Bezirke weniger vom multikulturellen Wahnsinn (gut ausgedrückt, mein Lieber! –der Fragende-) betroffen. Besonders schlimm sind die Stadtteile Wedding, Neukölln, Kreuzberg und Schöneberg. Das ist schon heftig da. Antifa? Naja, sie waren mal aktiver. In unseren Augen nur lächerlich...

Zum guten Schluß dürft Ihr noch grüßen und verwünschen, wen Ihr wollt oder wenn Ihr noch was loszuwerden habt, dann jetzt und hier!

Vielen Dank erst mal für das interessante Interview. Wir hoffen Euch aufschlussreich geantwortet zu haben. Grüße an alle Kameraden und Freunde: Wer nicht kämpft, hat schon verloren! Des weiteren wollen wir hier mal auf unsere Internetpräsenz hinweisen. Schaut doch mal vorbei unter: www.Spreegeschwader.com

Spreegeschwader im August 2004