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Lion's Pride (Belgien)

Aus der #12: Hallo Jungs, bitte gebt unseren Lesern einen kleinen Einblick in Eure Band.

Lion's Pride ging im Mai 2000 aus der Asche der Band Division99 hervor. Der Moment, als eine ständige Besetzung zustande kam, war der Entschluß unter dem Namen Lion's Pride weiter zu arbeiten. Der Name verweist auf die mittelalterlichen flämischen Banner und beinhaltet den Stolz des kulturellen Erbes, Herkunft und Tradition, eine Ode an die Patriotenseele. Die Bandmitglieder sind Veteranen in der Szene und sind in verschiedenen Bands aktiv gewesen (und sind es immer noch).

In den späten '70ern und frühen '80ern, spielte der Bassist und Sänger Gunther Theys in mehreren Oi!-, Punk- und Hardcoregruppen wie Capital Scum, No Survivors, Addix. Inzwischen gewann er mehr Anerkennung mit dem obskuren Gothic-Act Danse Makabre und der Black-/Heavy-/Folk-Metalband Ancient Rites, mit denen er mehrere Alben rausgab. Mit Gründung von Division 99 wollte er auf eine aktive Weise zu seinen frühsten Wurzeln zurückkehren. Es dauerte Jahre, um die richtigen Leute zu finden.

Originalgitarrist Franci spielte seit den 80ern in Hardcore-, Oi!- und Metalbands und mit Lion's Pride fand er nun eine Band, wo er fühlt, daß seine Arbeit ernst genommen wird. Jedoch gab es Meinungsverschiedenheiten und seit April 2003 gehen die Band und Franci wieder verschiedene Wege.

Schlagzeuger Rony ist ein Veteran in der Szene und hat in verschiedenen Metal- und Crossoverbands gespielt. Seit den 80ern half er bei verschiedenen Rockbands aus. Sowohl Gunther, als auch Rony sind zusätzlich noch bei der Metalband Iron Clad aktiv. Nachdem wir einige Zeit einen zweiten Gitarristen suchten, trafen wir auf Raf, der seine Wurzeln in der Metalszene hat. Vorher spielte er als Bassist bei Excess of Cruelty und Aegrimonia und ist Mitbetreiber des radikalen Death/Blackmetal Plattenlabels "Wood-Nymph Records". Im Jahre 2003 beendeten Lion's Pride und Raf die Zusammenarbeit, da Raf sich von anderen Musikstilen angezogen fühlte.

Durch ein Vorspielen im selben Monat kam Bastiaan zu Lion's Pride, er ist ein Sessiongitarrist, der vorher in diversen Gruppen gespielt hat. Die Band sah sich nach einem weiteren Gitarristen um und fand diesen in Sander, der von der Metal-/Rockband XEAH kam.

Im Oktober 2006 trat der Ancient Rites-Bassist, Domingo Smets, Lion's Pride bei und ersetzte damit Bastiaan, welcher aus Zeitmangel ein paar Monate vorher die Band verließ.

Eure erste Veröffentlichung "Stand and defend" ist großartig und der Sound ist sehr professionell. Wie lange spielt Ihr schon zusammen und spielten die Bandmitglieder vorher schon in anderen Bands?

Wie bereits in der Biographie erwähnt, spielten alle Mitglieder vorher schon in anderen Bands, bevor wir Lion's Pride gründeten. Diese Bands waren und sind XEAH, Gracefallen, Ancient Rites, Iron Clad etc. Es ist unser Ziel, vorantreibende Musik aus dem Herzen, aber mit dem technischen, disziplinierten und tiefgehenden Ansatz von einer Veteranenband zu spielen. Wir nahmen das Album in einem professionellen Studio mit einem guten Produzenten auf und betraten das Studio gut vorbereitet. Die meisten Lieder wurden in einem Take aufgenommen. Gesangspartien, Soli, Tasteninstrumente und Hintergrundgesänge wurden gesondert aufgezeichnet. Es gab ein vernünftiges Budget, aber auch die Tatsache, daß wir erfahrene Musiker sind, trugen dazu bei, dieses professionelle Ergebnis zu bekommen.

Welchen Stil hat Eure Musik, ich finde, daß es ein melodischer Metalstil ist?

Lion's Pride musikalisch einzuordnen, ist ziemlich schwierig, da unsere Lieder Einflüsse von so viel verschiedenen Stilen wie beispielsweise Oi!, Streetpunk, HardCore, Rock'n'Roll und Metal haben. Aggression kombiniert mit Melodie, schnelle Riffs im Zusammenspiel mit kräftigen Sound und ab und an einen melancholischen Touch. Unser Publikum ist ein sehr gemischtes und setzt sich aus verschiedenen Szenen zusammen.

Auf der Compilation "The Skinheads come back!" seid Ihr mit 3 Titeln vertreten. Wie kam es zu den Liedern des Samplers?

Wir hatten einen Gig in Deutschland, wo wir dem "Streetfight"-Label positiv auffielen. So redeten sie mit unserem Label "Pure Impact", um uns für den Sampler zu gewinnen. Wie "Pure Impact", so ist auch "Streetfight" ein ehrliches Label, welches wirklich professionell arbeitet, insbesondere, wenn man es mit anderen Untergrundlabeln vergleicht.

Mit "Antisocial" covert Ihr einen alten Skrewdriver-Klassiker, warum gerade diesen Song? Was mögt Ihr mehr, die alten Punksachen von Skrewdriver, oder das Material ihrer RAC- und Skinheadära und warum?

Ich wählte "Antisocial", weil dieser Track pure Nostalgie für mich ist, und ich denke, daß es eines der besten Lieder der extremen Musik ist, welches jemals geschrieben wurde. Ich kaufte mir die Platte "All Skrewed up" bereits '78 und es ist immer noch eins meiner Lieblingsalben. Das Album war meine erste Berührung mit dem Skinheadkult. Ich erinnere mich, daß in den frühen 70ern ein Kind in der Schule ein Cartoon-Shirt trug, es hatte vier witzige Charaktere: Ein Hippie, ein Biker, ein Rocker und ein Skinhead. Aber ich wußte zu der Zeit noch nicht, was ein Skinhead war. Ein paar Jahre später entdeckte ich dann das Skrewdriver-Album. Anfangs dachte ich, daß es eine Punkband war. Ich wurde angezogen durch das Kompromißlose, das Unangepaßte und die oft misanthropischen Liedtexte auf dem Album, die Worte reflektierten die Ängste und Probleme von Jugendlichen perfekt, das Gefühl der Isolierung und den Wunsch nicht der Masse zu folgen. Alles wurde auf die direkte Art gesagt, was auch viele andere Punkbands auszeichnete. Es war nicht so ein pseudointellektuelles Zeugs, sondern in der Sprache der Straße und der Realität entsprechend. Die Aufnahme hat einen originellen, reinen Sound und großartige Gesangspartien. Ich mag die spätere RAC-Periode ebensogern. Die Band ging immer ihren eigenen Weg, sprach ihre Meinung frei aus, auch als sie von der Welt gehaßt wurden. Ob man sie nun mag, oder nicht, man konnte ihnen zu keiner Zeit vorwerfen, sich angepaßt wie ein Schaf verhalten zu haben. Sie standen immer zu ihren Idealen. Wahrscheinlich war es eine der meistgehaßtesten Bands auf der Welt, aber gleichermaßen auch die größte und einflußreichste Band, die die RAC-Szene je hervorbrachte.

Sagt uns etwas über die anderen beiden Lieder, "Brussels by night" und "Where eagles dare".

"Brussel by night" spricht die Wahrheit über die Stadt Brüssel aus, eine Realität, die du in vielen europäischen Städten finden kannst. Verbrechen beherrschen die Straßen, ausländische Banden dominieren in vielen Gegenden das Bild, die Polizei traut sich in bestimmten Gegenden nicht mehr einzugreifen, oder ist nicht fähig dazu, der Lage Herr zu werden. Brüssel ist flämischer Boden und war somit eine flämische Stadt. Heute sind die vorherrschenden Sprachen Französisch und Arabisch., seine eigene Sprache vernimmt man in Brüssel kaum noch. Unsere belgische Obrigkeit sieht es als unabhängiges Gebiet, als hätte es nie zu Flandern gehört. In Brüssel sind wir Flamen nicht mehr heimisch. Das Lied beschreibt auf ironisch-humoristische Weise die bittere Realität dieser Stadt und zu was diese geworden ist. "Where eagles dare" ist ein Tribut an den Geist militärischer Eliteeinheiten. Wir haben eine starke militärische Tradition in unserer Familie, ich diente selbst in einer Eliteeinheit, und ich kenne eine Menge Veteranen (sowohl von den ehemaligen Achsenmächten, als auch von den Verbündeten) des II. Weltkrieges. Es ist unsere Ode an Mut, Tapferkeit und Loyalität.

In einigen Liedern hört man den Ausruf "Oi!". Was bedeutet Oi! für Euch?

Als viele der ersten Punkgeneration sich dem Ausverkauf preisgaben, oder es für nur für kurze Zeit waren, erhob sich die Oi!-Bewegung. Sie kam aus der wirklichen Arbeiterklasse und es entstand ein neuer Sound in den Hinterstraßen. Ein Stil, der von der Musikpresse verdammt wurde und letzte Tabus brach. LP ist keine typische Oi!-Band, aber unser Stil enthält Elemente des Genres, der "Oi!"- Ausruf ist ein Tribut an den Sound, der einen großen Teil meiner Jugend prägte.

Welche Stelle nimmt alte Oi!- Musik in Eurem Leben ein?

Bands wie Cockney Rejects, Blitz, 4 Skins, die ich zu Zeiten sehr attraktiv fand, als die Szene eine neue, frische, energische und aufrichtige Brise brauchte und durch sie bekam. Ich schätze diese alten Bands immer noch sehr, Nostalgie spielt zu einem großen Teil natürlich mit, aber der Stil ist irgendwie immer noch relevant.

Ein Titel eines Lieds von "Stand and defend" heißt "Skinhead". Was bedeutet die Skinheadszene für Euch?

Ich betrachte die Szene gerne als die letzte Subkultur, die nicht kommerzialisiert wurde, dies wird auch nicht passieren, da die Medien schon dafür sorgen werden. Besonders die RAC-Szene scheint das letzte Tabu zu sein. Ich beziehe mich auf die ehrliche und aufrichtige Einstellung zur Freundschaft, die man in der Szene findet. Leider gibt es viele Streitereien innerhalb, was ein Grund für dieses Lied war, um den Gemeinsinn anzusprechen, den Schlüssel der Loyalität, Ehre und Achtung, Selbstkontrolle statt Chaos, Ordnung und Disziplin statt geistlosen Benehmens.

Auf Eurem Album heißt ein Lied "Germania". Was verbindet Ihr mit Deutschland?

Germanien ist das, was in alten Zeiten, die nördliche europäische Region genannt wurde, unser Teil des gegenwärtigen Landes gehörte zu Germanien. Unsere flämische Sprache ist eine germanische. Neue DNA-Untersuchungen zeigen, daß die flämischen Menschen aus Norddeutschland kommen, welche in alten Zeiten abwanderten, unsere Sprache nie latainisiert war. Wir haben einen Stammbaum zusammen mit dem deutschen, holländischen, skandinavischen Volk. Erbe, Blut, Wurzeln verbinden uns.

Das Lied "11th of July, 1302," ist über Euer Heimatland. Erzählt uns ein bißchen über das Lied.

Am 11. Juli 1302 fiel in Flandern eine französische Armee ein, welche aus Rittern bestand, die sich ihres Siegs sicher waren. Flämische Edelmänner und Bauern besiegten die Armee, was ein Schock für die mittelalterliche Welt in dieser Zeit war. Der Liedtext ist unsere flämische Nationalhymne. Unsere Einstellung verursacht viele Boykotte, die belgische Staatssicherheit hängt uns an den Fersen und die meisten Gigs werden verboten, obwohl unsere Lieder keinerlei verbotene Inhalte haben, aber sie sind patriotisch und genau das ist der Grund. Belgien ist ein, im Jahr 1830, von einem französisch sprechenden Bürgertum, geschaffener künstlicher Staat, und die Verwaltungen mögen keine Band wie unsere, die die Wurzeln und die Vergangenheit aufleben läßt. Vergangene Woche brachten anonyme Journalisten ein Programm über unsere Szene im nationalen Fernsehen und präsentierten Lion's Pride als gefährliche Kriminelle. Ein Minister und ein Vertreter einer Menschenrechtsgruppe diskutierten darüber, wie man unsere Plattenfirma verbieten kann und unsere Konzerte verhindern kann. Unsere Liedtexte sind eine Ode an unsere Herkunft, ohne Haßelemente zu enthalten; aber da sie sehen, daß wir größere Mengen anziehen und wir eine Anhängerschaft unter der flämischen Jugend haben und in Hinsicht auf Wahlen, müssen sie ein schlechtes Licht auf den Nationalismus werfen. Belgien ist wie der DDR-Staat und unsere Medien und Politiker jagen Patrioten. Verbrechern ist es erlaubt, sich auf den Straßen auszutoben. Sie leben von unseren Steuergeldern. Es gibt Gelder zum Bau von Moscheen, wo Islamisten, die unsere Zivilisation hassen, rekrutiert werden können und zu Dschihadkriegern ausgebildet werden. Sie lehren Selbsthaß und sehen nicht, daß unsere Zivilisation untergeht. Unsere Konzerte werden von der Geheimpolizei überwacht, Polizei provoziert Gewalt, um unsere Konzerte zu zerschlagen, während die Gewalt auf Ravepartys ganz normal ist, diese werden ja vom Staat finanziert. Organisatoren von Oi!-Konzerten wagen es nicht, wegen der Boykotte und des mittelalterlichen flämischen Banns, Lion's Pride, zu buchen. Wo ist ihr Stolz? Jugendklubs verbieten unsere Gigs. Wir sind in einer isolierten Position, aber es interessiert mich nicht. Ich werde zum Zielobjekt von Bedrohungen per Mail, Drohbriefen, Boykotte, Drohungen und unfairer Behandlung. Viele Leute hassen uns, uns interessiert das nicht. Lion's Pride unterwirft sich keiner Diktatur der Political Correctness. Alles, was wir wollen, ist unsere alte Kultur und Zivilisation zu erhalten, die Leute auf unsere Geschichte aufmerksam zu machen. Wir sind keine Band des Hasses, wir sind eine Band des Stolzes. In diesen modernen Zeiten wird dies leider als Verbrechen betrachtet.

Könnt Ihr etwas zur Szene in Eurem Land erzählen?

Es gibt viele Bands bei uns, wie Les Vilains, in der ich den Baß zupfe. Convicted, Headcase, The Pride, Stormwolf, Short Cropped, Kill Baby, Kill!. Aber ich hörte, daß mehrere Bands nur kurzlebig sind.. Es gibt das legendäre "Kastelein"-Skinheadlokal in Brügge, wo viele Gigs stattfinden. Durch die gegenwärtige Hexenjagd werden mehr und mehr Gigs verboten. Klubs wollen uns nicht haben, weil wir im "Kastelein" spielten und weil wir ein RAC-Konzert mit WARLORD absolvierten. STIGGER ist ein alter Freund von uns und wir schätzen seine Arbeit. Die Ironie ist, "De Kastelein" und RAC-Organisatoren sind die einzigen, die es wagen, uns zu buchen. Die Oi!-Szene und Jugendklubs, die uns erst ablehnten, klagen nun darüber, daß wir auf diesen Gigs spielen und sagen, daß sie uns zukünftig boykottieren. Es ist eine befremdende und unfaire Situation. LP ist eine unabhängige Patriotenband, aber Medien, Verwaltungen und Produzenten boykottieren uns. Wir leben in einem freien Land. Das alles wird LP nicht stoppen, ich beuge mich keinem Druck von Außen!

Wie sieht es mit neuem Material aus? Wann wird es neue Veröffentlichungen geben? Welchen musikalischen Weg geht Ihr in Zukunft?

Wir waren fast so weit, nach zwei Jahren wieder ein Studio zu betreten, als Gitarrist Bastiaan beschloß, die Band zu verlassen. Es kostete uns eine lange Zeit, einen guten Ersatz zu finden. Wir brauchten eine Menge von neuen Tracks und werden schließlich bereit sein, ein neues Album aufzunehmen. "Pure Impact" ist daran interessiert, auch das neue Album zu produzieren und ich hoffe, daß diese dem Druck standhalten. Es gibt auch mehrere andere Labels, die an uns interessiert sind. Musikalisch wird es wieder eine gute Mischung geben, aber jene, die unser erstes Album mochten, werden nicht enttäuscht werden.

O.k. das ist alles. Zeit für letzte Worte.

Danke für das interessante Gespräch. Ich wünsche Dir viel Glück mit der "Meinungsfreiheit". Es war mir ein Vergnügen, mit Dir zu sprechen. Achtung & Stolz.

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