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Lammkotze (Deutschland)

Aus der #14: Zu allererst die Frage, wie denn Euer Bandname entstand? Ihr könnt es wahrscheinlich nicht mehr hören, oder?

S: Da hast du recht! Ich weiß gar nicht mehr wie oft uns diese Frage schon gestellt wurde, aber letztendlich überrascht es ja niemanden.

Also der Bandname entstand auf der Zugfahrt zum ersten Oi!-the Weekend in Düsseldorf, gleichzeitig auch Geißi´s Geburtstag. Wir mussten früh morgens um 5 Uhr los und fingen natürlich auch dementsprechend zeitig mit den Feierlichkeiten an. Nach 2 oder 3 Stunden entflammten dann die ersten Diskussionen um das liebe Essen und was jetzt das richtige wäre. Tja, und als beim Thema Lammkotelette das Abteilfenster aufging und dann am Fenster ein riesiger Fleck mit Erbrochenem klebte, war der Name Lammkotze geboren.

Wir fanden das damals ziemlich witzig eine Band so zu nennen und haben uns auch entschlossen den Namen nicht mehr zu ändern, trotz der Kritik die wir einstecken mussten und teilweise immer noch müssen. Aber das geht uns am Arsch vorbei und es wird auch in Zukunft keinen neuen Namen geben. So viel dazu!

So, nun stellt Euch doch mal vor und erzählt wie langes es Euch als Band schon gibt.

S: Also am Schlagzeug macht sich´s der LeChris (21) bequem, am Gesang und der Gitarre der Geißi (25) und ich bin der Schnitzel (25) und bin der Bassist in unserm glorreichen Trio.

Der Geißi und ich haben die Band bereits 2003 ins Leben gerufen. Ich spielte damals noch Schlagzeug und der Charly war unser Bassist. Nach den ersten Songs und Konzerten verbrachten wir aber die meiste Zeit weiterhin zu zweit im Proberaum was sich dann auch auf die Auftritte und auf zukünftige Arbeiten auswirkte. Infolge dessen trennten wir uns vom Charly und der ex – Boikott Basser Andre übernahm seinen Part.

In der Besetzung nahmen wir dann auch im August 2004 unsere Demo auf, die meines Wissens auch ganz gut ankam. Aber aus beruflichen Gründen musste dann auch der Andre die Segel streichen und es konnte kein Ersatz gefunden werden, so dass die Band fast mehr als ein Jahr nicht wirklich stattfand. Bis ich von Regensburg nach Aalen gezogen bin und den LeChris kennen gelernt hab, und der sich als genialer Schlagzeuger entpuppte. Schnell war dann beschlossen, dass ich den Basspart übernehme und er den Platz am Schlagzeug einnimmt.

Ja, und in dieser Besetzung haben wir jetzt einige geile Konzerte hinter uns gebracht und natürlich unser Debütalbum „Hasst uns!!!“ aufgenommen.

Auf Eurem ersten Album „Hasst uns!!!“ posiert Ihr mit barbusigen Skingirls. Wer kam auf die glorreiche Idee dieser Fotos?

S: Die Grundidee kam vom Geißi, und natürlich musste er uns nicht lange davon überzeugen. Zur Fertigstellung der Bilder, so wie sie jetzt auch im Album zu sehen sind, waren aber letztendlich die komplette Band, die Damen und der Fotograf beteiligt, da alle die eine oder andere Idee zur Verbesserung mit eingebracht haben.

An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an alle Beteiligten, hat sehr viel Spaß gemacht ;)

Reichte Euer Ruhm aus, oder musstet Ihr die Mädels anderweitig bestechen?

S: Also ich muss sagen, als die Idee noch im Raum stand, hab ich nicht gedacht, dass es so einfach wird, die Mädels zu überzeugen. Es waren sofort alle begeistert von der Idee.

Also hat unser Ruhm wohl ausgereicht, haha...

Euer Einstandswerk gefällt mir sehr gut. Wie lange habt Ihr an dem Album gearbeitet, bis alles so war, wie es jetzt ist?

S: Bis auf zwei oder drei Lieder standen ja die Songs insgesamt schon. Somit war auch von vorn herein klar, welche Songs aufs Album sollten und welche nicht, was natürlich eine gute Zeiteinsparung war, nichtsdestotrotz zogen sich die Aufnahmen, glaub ich, über zwei Monate, da wir ja alle in verschiedenen Städten wohnen und so nur Aufnahmen am Wochenende stattfinden konnten. Wir haben dann natürlich auch im Studio gepennt, um möglichst wenig Zeit zu vergeuden! Insgesamt eine durchaus stressige Angelegenheit, die wir aber gerne in Kauf genommen haben und das gerne wieder tun.

Übt mal etwas Selbstkritik. Wie zufrieden seid Ihr mit dem Album? Hättet Ihr im Nachhinein noch was anders gemacht?

S: Insgesamt sind wir doch sehr zufrieden. Der Sound vom Schlagzeug hätte gern noch ein bisschen satter klingen dürfen, aber das gaben die Drums nicht her. Sonst vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten, aber wie gesagt insgesamt sind wir sehr zufrieden. Sollten wir noch das eine oder andere Album aufnehmen, fallen uns dann vielleicht eher noch ein paar Dinge auf die man anders machen sollte.

Textlich schlagt Ihr eigentlich überwiegend ernste Töne an und Lieder wie beispielsweise „Bierbauch“ sind auf der Platte nicht zu finden. Ist das gewollt, oder nur Zufall?

S: Das „Bierbauch“ nicht aufs Album kommt, war geplant. Der Song ist ja auf dem Demo zu finden und außerdem wollen wir das lieber als reines Livestück beibehalten. Das die anderen Texte eher ernste Themen beinhalten ist jetzt weder Zufall noch gewollt. Die Texte entstehen bei uns durch Erlebnisse oder Dinge die uns beschäftigen oder in unseren Augen gesagt werden müssen. Das sind ja keine Geschichten, bei denen man sagt, das muss jetzt lustig oder ernst werden.

Songs wie „Hasst uns“ oder „Nenn uns wie du willst“ sind z.B. halt auch einfach eine Reaktion auf die Art und Weise wie einige Leute über uns geredet haben. Und wären einige nicht so feige Arschlöcher und würden sich auch mal trauen von Angesicht zu Angesicht mit einem zu diskutieren, wären solche Lieder für uns nicht nötig.

Ich denke du weißt worauf ich hinaus will.

Das Lied „Footballtime“ handelt, wie soll es auch anders sein, vom Angeln, nein vom Fußball. Stellt sich die Frage, ob Ihr einen Verein unterstützt oder besonders mögt, oder ob Ihr zu allen Spielen geht, die bei Euch stattfinden?

S: Der Geißi ist als gebürtiger Dresdner natürlich leidenschaftlicher Dynamo-Fan und mein Herz schlägt für den einzig wahren Verein, dem SSV Jahn Regensburg. Der LeChris hält sich aber eher bedeckt beim Thema Fußball. Mit den Spielen ist das so ein Problem, da der Geißi ja in Richtung Regensburg wohnt sieht er Dynamo genauso selten wie ich Regensburg, da ich mittlerweile in Aalen wohne.

Gleich `ne Frage zum Thema hinterher. Wie steht Ihr zu Hooliganism und Hooligans?

S: Damit hat von uns eigentlich keiner was zu tun. Ich trink im Stadion lieber mein Bier und feiere nach dem Spiel noch ordentlich, bevor ich Jagd auf den gegnerischen Mob mache. Insgesamt, hab ich relativ wenig damit zu tun, um mir ein Urteil über die hiesige Hooligan – Szene zu machen.

Mit „Sirenen in der Nacht“ greift Ihr ein sehr ernstes Thema auf, was allerdings nur noch von den Nachrichten aufgegriffen wird. Der Großteil der Wohlstandswelt interessiert sich dafür scheinbar kaum noch. Wie seht Ihr das?

S: Ich will jetzt hier nicht groß politisieren. In unserm Song geht’s darum dass Kriege und Terror von den oberen angezettelt und auf den Schultern der Kleinen ausgetragen werden.

So war es in der Vergangenheit und wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Somit sind die Leute in der „Wohlstandswelt“ nicht betroffen und daher interessieren sie sich nicht dafür.

Was ist für Euch das schönste am Skinheadkult und was ist Eurer Meinung nach in der Szene fehl am Platze bzw. stört oder spaltet nur?

S: Es ist ganz einfach die Art zu leben, die gute Musik, die Konzerte und vor allem die vielen Menschen, die man im Laufe der Zeit in allen möglichen Städten und Ländern kennen und schätzen lernt.

Das Problem der Szene ist in meinen Augen , das die Politik, der Kommerz und das Internet (so hilfreich es für junge Bands wie uns es auch sein kann ) einiges kaputt macht. Es war in meinen Augen noch nie so leicht sich in der Szene zu bewegen und Scheiße hinein zu tragen, wie heute. Die Politik war ja schon seit jeher das Problem und wird es wohl auch immer bleiben, aber durch die Kommerzialisierung und dem Internet ist es so einfach sich als Skinhead zu „verkleiden“ und aus dem Internet jeglichen Schwachsinn, der dort veröffentlicht wird, aufzunehmen und zu verbreiten. Die Leute benutzen einfach nicht ihren Verstand, vergessen völlig, dass man auch als Skinhead trotzdem individuell sein sollte und nicht nach Büchern oder ähnlichem leben sollte.

Dann kommt noch dazu, dass heute alles auf den Markt geschmissen wird was es gibt, aber wer zum Teufel braucht Londsdale-Schlüsselanhänger, Ben Sherman-Feuerzeug und Perry- Schweißband??

Tja, und dann kommen die oben genannten Personen wieder ins Spiel.

Im Lied „Fight for your life“ schlagt Ihr auch patriotische Töne an und setzt Euch damit von vielen anderen Oi!-Bands ab, die lieber vom Stolz auf die Klasse als Stolz auf das eigene Land singen. Bei englischen Oi!-Bands ist Patriotismus selbstverständlich und wird auch nicht groß kritisiert. Warum haben, Eurer Meinung nach, deutsche Oi!-Bands ein Problem mit Patriotismus, Deutschland besteht schließlich nicht nur aus 12 Jahren Geschichte?

S: Das Problem ist, dass die Leute hier zu kleinkariert denken. Jeder denkt bei Patriotismus sofort an Politik, und das ist der völlig falsche Aspekt in meinen Augen. Das Problem das viele Bands fürchten ist ganz einfach, dass man einerseits sofort als Rassist abgestempelt wird und im Gegenzug die Leute anzieht, die am liebsten den nächsten Weltkrieg anzetteln würden. Auch wir hatten schon mit dem Problem zu kämpfen. Aber für mich bedeutet Patriotismus nichts weiter als ein wenig Nationalstolz, und den darf jeder haben, unabhängig von Rasse, Herkunft oder sonstigem.

Und Cock Sparrer oder den Upstarts z.B. kann man ja wohl auch nix anderes vorwerfen.

Auch ist das Lied eine Ballade. Warum gerade dieses Lied als Ballade und könnt Ihr Euch vorstellen, weitere Balladen zu veröffentlichen?

S: Das Lied stammt aus der Feder vom Geißi und ihm war beim Schreiben vom Text schon klar, wie die Melodie klingen muss und daher das Stück eine Ballade wird. Das war halt seine Vorstellung von dem Lied und hat sonst keine weiteren Hintergründe.

Das noch die eine oder andere Ballade folgt ist nicht unwahrscheinlich.

Aber das wird die Zukunft zeigen.

Was dürfen wir in naher Zukunft von Euch erwarten?

S: Als nächstes wollen wir natürlich so viel Konzerte wie möglich geben und vielleicht auch mal auf ein paar Festivals spielen.

Außerdem basteln wir schon wieder an neuen Songs und hoffen das es klappt, dass wir uns auch nächstes Jahr auf einem neuen Album auskotzen können.

Aber wir lassen mal alles auf uns zu kommen, denn wie hat schon eine bekannte Band gesungen: “Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“

Was waren für Euch die besten und schlechtesten Veröffentlichungen dieses Jahr?

S: Oje, da bin ich glaub ich der falsche Ansprechpartner. Ich glaub ich hab mir bisher nur zwei Neuveröffentlichungen zugelegt, die neue Cock Sparrer und die neue Evil Conduct, aber die sind im Augenblick noch nicht bei mir eingetroffen.

Sonst bin ich eher der sich im Second Hand Plattenladen aufhält und nach alten Oi! und Punkrocksachen umsieht!

Wo wir gerade beim Reflektieren des endenden Jahres sind. Was war Euer bestes und was Euer schlechtestes Erlebnis dieses Jahr?

S: Für uns als Band hatte dieses Jahr glaub ich nur positive Ereignisse.

Wir sind absolut glücklich, dass wir es tatsächlich geschafft haben ein Album zu veröffentlichen, auf das wir auch ziemlich Stolz sein können.

Außerdem hatten wir viele geile Konzerte, das seinen Höhepunkt mit unserem gemeinsamen Gig mit Volxsturm und Perkele fand.

So Jungs, genug genervt. Wenn Ihr noch was loswerden wollt, dann ist jetzt Zeit dafür.

S: Auf jeden Fall mal Danke fürs Interview!

Grüßen möcht ich an dieser Stelle auf jeden Fall alle, die uns auf unserem Weg unterstützen und unsere Konzerte besuchen!

Danke und bis demnächst auf ein paar Bierchen!

Cheers

Schnitzel/Lammkotze