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Faustrecht (Deutschland)
Aus der #22 (Interview: Dennis):
Moin Moin ins Allgäu. Mit diesem Interview seid ihr nun bereits das dritte Mal in der MF vertreten! Das erste Mal nach eurem Demo und das zweite Mal nach dem „Ein Blick zurück im Zorn"-Album. Was hat sich seitdem bei euch besetzungstechnisch getan? Gebt uns doch mal eine aktuelle Bandvorstellung.
Moin zurück in den hohen Norden. Nach dem „Ein Blick zurück im Zorn“ Album mussten wir unseren Schlagzeuger austauschen. Das hatte rein private Gründe, aber war ein schwerer Schritt und für die Band war es eine harte Zeit. Des Weiteren haben wir unseren alten Gitarristen, der schon auf dem „Klassenkampf“ Album zu hören war, in die Band zurückgeholt. Mit einem zweiten Gitarristen läuft es bei Live-Auftritten einfach besser.
Seit dem „Ein Blick zurück im Zorn"-Album ist nun schon einige Zeit ins Land gezogen und zwei (?) Alben haben das Licht der Welt erblickt. Das ist zum einen „Das Recht zu hassen" und zum anderen „Strassensozialisten". Beide Alben sind absolute Knaller geworden. Wie seht ihr das? Seid ihr selbst zufrieden, oder hättet ihr im Nachhinein noch was geändert?
Wir sind im Großen und Ganzen schon mit beiden Alben zufrieden. Natürlich hat jedes Bandmitglied Punkte, die er bei einer Neueinspielung verbessern würde, aber im gesamten gesehen sind wir zufrieden. Die Produktion von „Das Recht zu hassen“ ist natürlich sehr traditionell, was nicht jedem gefällt, aber ich finde zu uns passt das sehr gut. Im Gegensatz dazu haben wir bei „Straßensozialisten“ auf eine moderne, krachige Produktion geachtet.
Lieder wie z.B. „Ein Blick zurück im Zorn", „Als Kämpfer auserkoren", Forever Young" und, und, und sind definitiv Ohrwürmer. Wie jedem bekannt sein dürfte, macht ein guter Text noch lange kein gutes Lied! Wenn ihr z.B. die Idee zu einem Text habt, wie geht es dann weiter? Wie müssen wir uns die Entstehung zu einem eurer Lieder vorstellen?
Im Normalfall schreiben ich und unser Bassist Michi die Texte. Wenn dann ein Text fertig geschrieben ist, wird er im Proberaum von allen vertont. Unser Gitarrist Rainer hat dann oft schon ein Riff parat, oder eine Idee wie sich das Lied am besten umsetzen lässt. Die komplette Ausarbeitung, mit all den Feinheiten, erfolgt dann bei uns im Proberaum. Natürlich werden die Lieder dann des Öfteren umgeschrieben und verändert und die erste Idee wieder verworfen.
Eure Alben sind, soweit mir bekannt ist, alle auf CD und auf Vinyl erschienen. Was vielen Leuten zusagen dürfte. Wie seht Ihr das selbst? Ist das auch ein persönliches Anliegen von euch?
Alle unsere Alben sind auch als Vinyl veröffentlicht worden. Wir legen großen Wert darauf, obwohl damit aus kommerzieller Sicht kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Die Auflage von Platten beträgt im Normalfall so um die 500 Stück. Aber so eine Vinyl Platte ist halt was anderes als so ne lumpige CD, vor allem wenn Sie schön aufgemacht ist. Aber das verstehen vielleicht nur die, die mit Schallplatten aufgewachsen sind.
Was die Gestaltung und die Aufmachung eurer Alben angeht, sind sie unumstritten sehr aufwendig produziert. Zum Beispiel sind die Platten meist mit Klappcover, Texten und Fotos versehen. Und das nicht nur 08/15, sondern es wurde sich richtig Mühe damit gegeben. Habt ihr bei der Gestaltung Mitspracherecht und dürft mit in die Suppe spucken?
Es ist ein Grundprinzip der Band Faustrecht, dass wir immer das Recht haben mit in die Suppe zu spucken. Wir arbeiten nur mit Labels zusammen, bei denen wir absolutes Mitspracherecht haben. Natürlich ist nicht immer alles umsetzbar, was wir uns so vorstellen, aber im Regelfall werden unsere Ideen auch verwirklicht. Dazu kommt natürlich auch, dass der Bendel von Oldschool Records nicht nur irgendein Labelmacher ist, der für uns CDs vertreibt, sondern er ist auch ein guter Freund von uns auf den wir uns immer verlassen können. CDs und Platten so aufwendig zu gestalten kostet natürlich auch 'ne ganze Menge Geld, aber das war bei uns schon immer zweitrangig. Das Geld dass man mit einer Band unseres Kalibers verdient ist nicht der Rede wert und wir verzichten gerne auf einen Teil unseres Gewinns, wenn die Aufmachung stimmt.
Ihr wart ja bis jetzt auf beiden „Skinheads Uelzen"-Konzerten vertreten und habt dem Pöbel gezeigt, wo der Frosch die Locken hat. Nicht nur mir ist aufgefallen, dass ihr selbst auf der Bühne richtig Spaß habt und wie es scheint, alles gebt. Was motiviert euch nach all den Konzerten und Bühnenjahren noch mit so viel Energie ans Werk zu gehen?
Die Uelzen Konzerte waren bisher immer sehr gut. Von Leuten aus der Szene gemacht, ohne kommerziellen Hintergedanken. Sehr gut, weiter so Schmidti. Hm, was motiviert uns? Es macht einfach mehr Spaß auf der Bühne, vor geilem Publikum, alles zu geben, als dazustehen wie Stockfisch und seine Lieder runter zu leiern. Und wir haben im Laufe der Jahre natürlich auch schon so viel Erfahrung gesammelt, dass es uns, im Normalfall, nicht schwer fällt ein fetziges Konzert abzuliefern. Früher waren da noch Lampenfieber und Aufregung mit im Spiel, aber mittlerweile auch 'ne gehörige Portion Routine. Und wenn wir uns schon im gesetzten Alter 'ne Band antun, dann muss es auch krachen, oder? :-)
Ich denke, man kann euch getrost als eins der Urgesteine der Skinhead-Szene bezeichnen. Was sind eurer Meinung nach die Unterschiede zwischen den wilden 80ern, 90ern und heute, wenn ihr mal Vergleiche zieht?
In den 80’igern waren wir jung und voller Tatendrang. Und natürlich ist es ein Prädikat der Jugend einfach etwas aus dem Bauch herauszumachen, ohne immer groß darüber nachzudenken. Die 90’iger waren, auch bedingt durch die Wiedervereinigung der von zwei deutschen Teilstaaten, eine unbeschreiblich wilde, ereignisreiche Zeit. Der „wilde Osten“ war die neue Spielwiese der Skinhead-Bewegung und es wurde sehr, sehr viel darauf gespielt. Ohne Rücksicht auf Verluste, Vollgas ohne Ende. Die Szene war riesig, politisch ohne Ende und es wurde dem Staat so richtig die Stirn geboten. Rückblickend hätte man einiges anders, vor allem besser machen können, aber so war halt der Lauf der Zeit. Skinhead zu sein war im BRD Mainstream angekommen und jede Pappnase machte einen auf Skinhead. Somit war mehr Masse als Klasse angesagt und das Ende dieses Booms war absehbar. Das B&H Verbot war ebenfalls ein krasser Einschnitt in die Szene und veränderte Vieles. Und als dann in den 2000’ern die Hosen weiter wurden und viele Leute die Doc Martens gegen Turnschuhe tauschten, war der Höhepunkt der Bewegung überschritten. Heutzutage ist die Szene wieder sehr viel kleiner und viel stärker zersplittert. Egal ob RASH oder SHARP auf der linken Seite oder Hammerei und B&H auf der anderen Seite, der Skinhead Gedanke ist nicht mehr der Ursprung des Gedankens, sondern die Politik. Wir waren immer eine politische Skinheadband, aber die Betonung lag immer auf Skinhead. Für uns kam es nie in Frage die Fahne in den Wind zu hängen und einen auf Hardcore oder BM zu machen. Wir sind Skinheads und werden es bleiben, unabhängig davon wem es gefällt oder wem nicht.
Mir fällt immer öfter auf, dass, wenn man in Onlineshops im Bereich Oi!, RAC, Punk usw. guckt, dass Bands die gerade mal ein Demo oder eine 7' auf dem Markt haben, schon ein riesen Merchandising in Form von Schlüsselanhängern, Schlüsselbänder, Schlüpfer und was weiß ich nicht noch für'n Müll im Angebot haben. Hat das eurer Meinung nach überhaupt noch was mit Skinhead zu tun, oder sind das die ersten großen Schritte in Richtung Mainstream?
Mit Mainstream hat das nicht wohl nichts zu tun. Das sich Tonträger einfach nicht mehr so gut verkaufen wie früher, suchen die Labels eben nach neuen Einnahmequellen. Und da sich T-Shirts und der restliche Kram sich ganz gut verkaufen, wird es eben gemacht. Zumal bei Klamotten die Herstellkosten gering sind und die Händler damit mehr Geld verdienen als mit CDs.
Ihr werdet immer wieder in Interviews gefragt, was denn die besten Konzerte waren, auf denen Ihr gespielt habt. Das will ich jetzt natürlich nicht auch noch fragen! Mich würde viel mehr interessieren, was für euch die unvergesslichsten Konzerte waren, die ihr besucht habt und vor der Bühne und am Tresen wart? Und vor allem, welche Bands dort gespielt haben?
Ich kann jetzt mal nur für mich sprechen. Unvergessen natürlich Mindelheim 1989, als überforderter 17-jähriger Veranstalter. Die beiden Konzerte in Amphitheater in Brandenburg (91 & 92) waren Klassiker, ebenso wie das erste Konzert in der Sowjetisch besetzten Zone mit Sturmtrupp, Werwolf und vielen anderen. Das Konzert endete damit, dass die Volkspolizei das Konzert plattmachte und so ca. 1500 Leute in Duderstadt (im Westen) einfielen. Die arme Stadt…. Das Störkraft und Märtyrer Konzert in Schloß Vippach ist mir ebenfalls in sehr guter Erinnerung geblieben. Aber ich habe sooooo viele gute Konzerte besucht, das es nicht möglich, alle geilen Gigs aufzuzählen. Ach ja, Freikorps und Macht und Ehre in Berlin Kreuzberg war natürlich auch ein Klassiker.
Immer wieder bekommt man zu lesen und hören, dass Skinheadbands (Oi!-Bands, Punk-Bands) für ihre Auftritte horrende Gagen kassieren und sich sogar Verdienstausfall für ihren Laden bzw. Beruf zahlen lassen. Die gleichen Bands reisen mit Gitarrenträgern an, lassen sich alles vor den Arsch tragen und stellen Forderungen wie Popstars!! Singen dann aber noch von Arbeiterklasse, Zusammenhalt und was weiß ich nicht noch alles. Wie passt so was aus eurer Sicht zusammen? Hat so was überhaupt noch mit den Idealen eines Skinheads zu tun?
Na ja, manche Bands nehmen halt das, was Sie kriegen können. Und ich denke vor allem im OI Bereich lassen sich viele Bands Ihre Comebacks versilbern. Ob Sie dann das Geld wert sind, kann ich schlecht beurteilen. OI goes Pop. Aber jedem das Seine. Wir halten es im Normalfall so: Spritgeld, Übernachtung und freie Getränke. Und wenn viele Leute kommen noch ein kleiner Obolus für uns. Mehr nicht.
Wenn man schon so lange als Band zusammenspielt wie ihr, probt man dann noch viel? Oder ist das von der Situation abhängig? Z.B. vor einem Konzert, oder vor dem Studio?
Wir versuchen schon vor allen Gigs zu proben. Dann läuft es einfach besser auf der Bühne. Wenn 'ne neue CD ansteht, wird natürlich öfters geprobt. Sonst wäre eine neue CD auch gar nicht machbar. Aber es gibt auch Zeiten, in denen wir nicht so oft proben, weil einfach nichts ansteht und jeder was anderes zu tun hat.
Um mal auf euren persönlichen Musikgeschmack zu sprechen zu kommen. Was waren denn so die besten Alben der letzten Zeit aus eurer Sicht und was läuft momentan so auf eurem Plattenteller?
Die beste Neuerscheinung 2011 ist ganz klar die neue BFG. Hammerscheibe! Auch das neue, nicht mehr ganz taufrische Cock Sparrer Album ist klasse. Aber insgesamt höre ich nicht so sehr neue Musik, sondern suhle mich lieber in meinen alten, geliebten Klassikern.
Was darf denn die Skinheadmeute in der nächsten Zeit von euch erwarten? Steht für das Jahr 2011 noch viel auf dem Zettel?
2011 spielen wir noch in Schweden und Finnland, das war's dann. Im Winter werden wir evtl. noch anfangen für 'ne neue CD zu proben, aber das ist noch nicht genau ausgemacht.
Dann werde ich mal zum Ende kommen!! Die letzten Worte gehören euch!! Grüsst, beschimpft, oder wie auch immer...
Vielen Dank für das dritte Interview im MF. Und werde mal nicht zu unpolitisch. :-) An alle anderen: The fight goes on, never Surrender.
Aus der #12 (Interview: Meik):
Obwohl Euch eigentlich jeder kennen dürfte, kommt Ihr um `ne kurze Bandvorstellung nicht herum. Wie sieht das aktuelle Lineup aus?
Unser aktuelles Lineup besteht aus:
Michi, 34, Bassist, Gartenbauer, verheiratet, zwei Kinder
Daniel, 26, Drummer, angehender Bautechniker, angehender Vater
Benny, 24, Gitarre, Lagerarbeiter
Rainer, 32, Gitarre, Maler
Nogge, 35, Gesang, Maschinenbautechniker
Und ich, Nogge, denke eine Bandvorstellung kann ich mir ziemlich schenken, da uns die meisten ja kennen dürften.
Euch gibt es ja nun auch schon „einige“ Jahre und es gab ja leider auch `ne Auflösung. Was führte zu dieser und wer oder was bewegte Euch dazu, weiter zu machen?
Nach den Aufnahmen zu unserer „Klassenkampf“ CD standen natürlich wieder Live Gigs an. Aber unserem damaligen Gitaristen und Schlagzeuger wurde der ganze Rummel und die Reiserei von Konzert zu Konzert einfach zu viel und Sie brachten einfach nicht mehr den nötigen Einsatz um eine Band am Leben zu erhalten. Und da wir keine halben Sachen machen, haben wir beschlossen uns aufzulösen. Aber der Michi und ich bemerkten schnell, daß ohne Band einfach ein wichtiger Teil in unserem Leben fehlt und so haben wir uns neue Musiker aus unserem Kameradschaftskreis gesucht und die Band reaktiviert. War zwar ein hartes Stück Arbeit die neuen „Musiker“ auf den benötigten Stand zu bringen, aber wir haben uns eben durchgebissen.
Neben Eurem guten Demo, wurde ja auch das Debutwerk auf den Index gesetzt. Bewegten diese „demokratischen“ Willkürakte gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung ein Umdenken, was Eure Texte betrifft?
Wir haben von Anfang an versucht die Texte einigermaßen anspruchsvoll und politisch zu gestalten. Und uns war auch klar, daß „Macht & Ehre“ Texte für uns nicht in Frage kommen und auch nicht unserer politischen Sicht der Dinge entsprechen. Die Texte des Demo Tapes wurden von einem unabhängigen Anwalt geprüft, der dann einfach mitverklagt wurde als das Demo wegen des „Sharp“ Liedes auf dem Index landete. Der Rechtskampf um dieses Lied zog sich über vier Jahre hin und hat sehr viel Geld und Nerven gekostet. Diese Erfahrung hat uns natürlich noch einmal vorsichtiger gemacht, und seither lassen wir alle Texte, die veröffentlicht werden, von zwei Anwälten auf Herz und Nieren prüfen.
Aber ein generelles Umdenken über die inhaltliche Aussage unserer Texte gab es natürlich nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben, denn wir lassen uns das Denken nicht verbieten. Mann muß in der BRD nur eben ein wenig vorsichtig sein, wie man seine Ansichten legal zu Papier bringt.
Neben deutschen Texten finden sich immer wieder englischsprachige Titel, aber auch südeuropäische Textpassagen oder Lieder auf Euren Scheiben. Wie kamt Ihr darauf und seid Ihr sprachlich so begabt, oder müßt Ihr alles mühsam erlernen?
Es wäre ja sehr schön wenn mir oder dem Michi die Sprachbegabung in die Wiege gelegt worden wäre, aber das ist leider nicht so. Der Michi spricht zwar mittlerweile ein wenig Spanisch, aber es war immer ein relativ steiniger Weg, bis die Italienischen und Spanischen Texte eingesungen warn. Für das Lied „Avanti Italia“ waren uns unsere italienischen Kameraden Jaas und JanLuca im Proberaum bei der Übersetzung der Texte und deren Aussprache behilflich. Aber da wir in Italien und Spanien immer sehr herzlich empfangen worden sind, hielten wir es für eine gute Idee, die guten „Gastgeber“ mit einem Lied oder zumindest einer Liedpassage zu ehren.
Politisch geht Ihr mit sozialrevolutionären Texten, zumindest in der brd, einen ziemlich eigenständigen Weg und laßt die zigtausend Mal besungenen Klischees weit hinter Euch, was vielen, einschließlich mir, gut gefällt. Wie seht Ihr es, daß nicht nur in der Musik (was das Textliche betrifft), sondern auch auf politischer Schiene immer noch Denkmuster von gestern bestehen?
Es ist nun mal eine Tatsache, daß die Zeiten sich ändern und damit auch die Gegebenheiten für die Politik. Der Nationalsozialismus Hitlerscher Prägung entstand geistig schon im 19. bzw. Anfang des 20 Jahrhunderts und war eine Antwort auf die Probleme der damaligen Zeit. Aber wir stehen realpolitisch heute vor einer anderen Welt, die durch moderne Medien, Internet und einer so genannten „geistigen Freiheit“ geprägt ist. Auch globale Probleme wie die Umweltverschmutzung und die Klimaveränderungen können nicht mehr von einem Volk allein gemeistert werden. Mit diesen Tatsachen muß man sich abfinden oder arrangieren, daran führt kein Weg vorbei. Aber es darf eben nicht passieren, daß trotz globaler Verständigung, die Interessen des eigenen Volkes und die Beachtung der Eigen- und Besonderheiten des Volkes vernachlässigt werden. Deutschland ist unser Heimatland und wir möchten es in seiner ethnischen und kulturellen Homogenität erhalten. Uns ist diese „Monokultur“ eben näher, als die von höheren Mächten fremd gesteuerte „Multikultur“, die unweigerlich zu einer ethnischen Katastrophe führen wird. Neben der ethnischen Seite des politischen Kampfes steht der Kampf um eine gerechte Wirtschaftsordnung. Wirtschaft, Leistung & Wettbewerb sind notwendige Übel, aber Sie müssen im Endeffekt dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Wirtschaft. Diese „dritte Position“, jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, ist eben der völkische Sozialismus. Aber das ganze Thema in einem Interview zu klären, geht wohl ein wenig zu weit.
Immer mehr politische Aktivisten trennen sich von der Skinheadszene und machen nun auf Hatecore, um so mehr Anklang beim Volk zu erlangen. Ich sehe dies eher kontraproduktiv, da ein total zugepiercter und mit Ketten behängter und in zu großen Hosen rumrennender Jugendlicher sicher abschreckender wirkt, als ein smart gekleideter Skinhead mit 3mm Cut, Sherman, Jeans und Martens. Somit wird der traditionelle Skinhead auf Veranstaltungen meist scheel angesehen. Wie seht Ihr dies?
Es ist ja wohl eine riesen Lachnummer, wenn dies Leute behaupten. Sie verlassen die Szene um mehr Anklang in der Bevölkerung zu finden. Fakt ist ganz einfach, Skinhead sein ist aus der Mode gekommen und Hatecore ist IN! Dabei spielen politische Erwägungen überhaupt keine Rolle. Von mir aus soll jeder machen was er für richtig hält, und wenn man über bestimmte Personenkreise nichts Positives sagen kann oder will, ist es vielleicht manchmal besser sein Mundwerk zu halten. Das gilt für beide Seiten.
Ich möchte nur ein kleines Beispiel anführen. Der Führer der Münchner Autonomen NS Szene ist ein 21 jähriger, Arbeitsloser der in seiner Wohnung Haschisch anbaut und mit seinem Drogenkonsum auch noch hausieren geht. Wenn das die Leute sind, die für Deutschlands Zukunft stehen, haben wir keine Zukunft.
Wir waren schon immer eine Skinhead Band und werden es auch bleiben. Wir sehen keinen Grund unsere Ideale in Frage zu stellen. Und ich bin stolz darauf auch mit 35 Jahren noch sagen zu können: Skinhead ist mein Way of Live!
Euer Stil hat sich über die Jahre kaum geändert und Ihr spielt immer noch geilen alten RAC. Andere Bands hingegen haben längst ihre Ursprünge verlassen und spielen nun härtere Musik, was ich bedaure, da mir der ganze Hatecorekram nicht zusagt. Kommen für Euch musikalische Experimente in Frage?
Wir versuchen die Musik zu spielen, die uns gefällt. Und das ist halt nun mal R.A.C. . Um richtig guten Hardcore überhaupt spielen zu können, muß man musikalisch schon einiges auf dem Kasten haben. Aber ein bewußtes Umschwenken auf irgendeine andere Art von Musik kommt für uns nicht in Frage, was aber eine Weiterentwicklung nicht ausschließt.
Textlich laßt Ihr Eure Skinheadroots nie außen vor, was viele sicher begrüßen. Was bedeutet es heutzutage für Euch, Skinheads zu sein?
Ich spreche jetzt mal nur für mich. Ich bin seit meinem 16- Lebensjahr Skinhead, ich liebe den Style, die Working Class Attitüde, die Musik und die inneren Werte wie Freundschaft, Unangepaßtheit und Loyalität. Ich habe keine Lust mit dem Rest der Gesellschaft zu schwimmen, ich will nicht so sein wie 95 % der Bevölkerung und nicht jedem Trend nacheifern. Ich habe mich für diesen Weg des Lebens entschieden und habe keine Veranlassung meine Entscheidung zu überdenken. Ich fühle mich sehr wohl dabei, der etwas andere, unbequeme Stachel im Arsch unserer Deppengesellschaft zu sein. Ich habe im Laufe der Jahre viele Leute kommen und gehen sehen, aber in 90% der Fälle, die sich aus der Szene verabschieden, spielten einfach charakterliche Unzulänglichkeiten eine Große Rolle. Die Skinheadszene zieht naturgemäß auch viele, ich nenne es jetzt mal einfach so, „subversive“ Elemente an, die gar nicht zu unseren Idealen stehen können. Aber ich habe in all den Jahren auch sehr viel Gutes erfahren und Freunde fürs Leben gefunden. Solange es Leute gibt gibt, die hinter den Werten unseres Kultes stehen, lebt die Szene. Und wie heißt das schöne Sprichwort: Skinheads never die.
Das „Klassenkampf“ - Album war mehr als geil, dennoch finde ich, daß Ihr mit „Ein Blick zurück im Zorn“ noch einen drauf legen konntet. Seht Ihr es auch so und was paßt Euch an der Scheibe nicht, wenn es da etwas gibt?
Im Nachhinein gibt es immer ein paar Sachen, die man hätte besser machen können. Insgesamt sind die Lieder vielleicht etwas zu lang. Auch den Gitarren und Schlagzeug Sound würde ich heute anders produzieren. Na ja, was solls. Insgesamt sind wir mit dem Album aber schon zufrieden. Es ist sehr schade das wir die Coverversion von Vengeance „Forward into war“ aus rechtlichen Gründen nicht auf die Cd packen konnten, das wäre noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen.
In den Jahren Eures Bestehens erspieltet Ihr Euch nicht nur live einen internationalen Ruf und Ihr spielt ja auch oft im Ausland. Erzählt doch mal etwas über Eure Erfahrungen mit den Konzertbesuchern im Ausland, Eure Eindrücke von den Auslandskonzerten usw. usf.
Soll ich hier ein Buch schreiben? Ja, wir waren die letzten paar Jahre sehr viel unterwegs und haben sowohl in Deutschland als auch im Ausland überwiegend gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Am meisten bewegt uns immer wieder mit welcher Gastfreundschaftlichkeit wir in vielen Ländern empfangen werden. Auch der persönliche Einsatz, den viele „Gastgeber“ bringen, ist schon bewundernswert. Besonders unsere „Einsätze“ in Spanien und Griechenland waren ein großes Erlebnis für uns, sollten so manchen Veranstaltern zum Vorbild dienen. Es gab aber auch vereinzelt Vorfälle, die uns nicht so ganz geschmeckt haben, aber darüber schreiben wir gerade in Lied mit dem Titel: We don´t pay for our Beer anymore! Alles klar?
Das Titelstück des aktuellen Albums „Ein Blick zurück im Zorn“ beschreibt sehr gut, was jeder von uns kennen dürfte. Habt Ihr das Lied aus persönlicher Erfahrung geschrieben, oder ging es Euch um das allgemeine?
Wie schon in einer Frage beschrieben, handelt es ich um persönliche Erfahrungen. Als ich den Text geschrieben habe, mußte ich einfach die vergangenen Jahre Revue passieren lassen. Aber es macht schon betroffen, wenn man in die Vergangenheit zurückblickt.
Mit „Royal Arch“ besingt Ihr die Bedrohung der Freimaurerei, was meiner Meinung nach viel zu selten von Bands aufgegriffen wird. Was bewegte Euch zu diesem Song?
Die Freimaurerei ist einfach eine Schattenmacht in vielen Gesellschaften unserer Welt. Und da die so genannten Freimaurerwerte von „Freiheit, Gleichheit & Brüderlichkeit“ nur für Ihresgleichen gelten, sind Sie eine Gefahr. Wir wollen mit vielen Menschen gar nicht gleich und Brüderlich sein.
Wen oder was wollt Ihr mit „Holders of gold“ ansprechen?
Ich denke es sollte jeder wissen wer die Holders of Gold sind, oder! Es gibt nur eine Minderheit, die weltweit die Fäden in der Hand hält. Mehr sollte ich aus rechtlichen Gründen hier nicht sagen. J
Was können wir dieses Jahr von Faustrecht erwarten?
Ich denke mal ein paar ganz gute Konzerte und vielleicht gegen Ende des Jahres eine neue CD! Laßt euch überraschen!
Nun habt Ihr Zeit für abschließende Worte, Grüße und dergleichen.
Vielen Dank für das Interview. Grüße gehen an alle Aufrechten!
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