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Endstufe (Deutschland)
Aus der #19: 1981 wurde Endstufe von drei jungen Leuten noch unter dem Namen H2O in Bremen gegründet. Später änderte sich der Name dann nochmal in Zyclon bis irgendwann der Name Endstufe entstand. Zu der Zeit war man begeistert von britischen Bands wie UK Subs, Exploited , Sex Pistols , Sham 69, 4 Skins, Skrewdriver usw. Man besuchte gemeinsam etliche Punkkonzerte im Bremer Schlachthof. So war eigentlich klar, daß auch Endstufe Musik in diese Richtung machen wollten. Als erster Proberaum diente ein Keller. Das ging aber nur einige Zeit gut, da einigen Nachbarn der Krach störte. Nun probte man in der Schule in einem Klassenzimmer.
1982 traten sie in der Schul-Aula zusammen mit einer griechischen Folkloreband auf. Den Lehrern paßte das allerdings nicht und so mußten Endstufe bereits nach wenigen Liedern den ersten Auftritt beenden.
1984 erschien dann das erste Demotape namens „Ein Gruß an Deutschland“. Zur damaligen Zeit war Patriotismus in Deutschland noch nichts verwerfliches und so fanden sich auf der Kassette auch patriotische Stücke. In der Szene fand das Demo reißenden Absatz und niemand zerriß sich zu der Zeit das Maul über diese “ach so schlimme Band“, heute undenkbar, wo selbst Bands mit farbigen Mitgliedern als „rechts“ beschimpft werden...
Nun war man aber auch gierig endlich mal live spielen zu können und als das Fanprojekt von Werder Bremen bei den Jungs anfragte, überlegten diese nicht lange. Endstufe durften zum Saisonabschluß von Werder in einem Festzelt spielen. Nicht nur Endstufe sahen dies als tolles Ereignis an, sondern auch die anwesenden Skins aus und rund um Bremen, sowie anderen Gegenden und selbst aus dem Pott gingen vollends ab.
So wurde dann auch bald ein Label gesucht, um eine Platte einzuspielen. Im Gegensatz zu heute, gab es in der brd aber nur ein Label, welches infrage kam und so landeten Endstufe dann bei Rock-O-Rama. Inhaber Herbert Egoldt war ein windiger Geschäftsmann und vertrieb unter seinem Label anfangs nur Punkmusik. Später erweiterte er das Spektrum und vergab etliche Verträge an Skinheadbands, so erschien ja dort auch das erste Onkelz-Album. Die Spanne bei den unter Vertrag genommenen Bands reichte von linker Punkmusik bis provokativen Punk, über unpolitische bis patriotische Skinheadbands bis hin zu einschlägig rechten Bands. Egoldt ging es immer um größtmögliches Kapital und weniger um Qualität, obwohl auch viele Perlen unter seinen Veröffentlichungen waren. Es sollte bis zur Veröffentlichung der ersten Platte aber noch ganze 2 Jahre dauern.
Unter fadenscheinigen Begründungen wurde die Veröffentlichung der ersten Endstufe-LP immer wieder verschoben, bis diese letztendlich 1987 erschien. Auch die LP kam in der Szene sehr gut an. Bis heute gilt das Debut der Bremer als Kultalbum und ist durch die Bank weg in der gesamten Szene beliebt, auch wenn es viele nicht zugeben. Auf dieser LP waren dann auch die größten Klassiker dieser Band vertreten und man könnte sagen, daß es ein komplettes Hitalbum ist...;-)
1990 erschien dann das zweite Album, welches an das geniale erste Album nicht anschließen konnte. Dennoch hat auch diese Scheibe ihre Hymnen.
Kurz darauf erschien mit der befreundeten Band Volksgemurmel eine Split-LP. Aber auch live war die Band nun häufig zu sehen.
Als nächstes erschien dann die LP „Glatzenparty“. Für mich selbst war es dann auch wieder eine bessere Scheibe als die „Skinhead Rock'n'Roll“, obwohl diese ja auch nicht schlecht war. Auf der „Glatzenparty“ waren aber wieder mehr „Hits“. Neben vielen guten eigenen Liedern und klassischen Seemannsliedern war hier auch ein geniales Medley ihrer Klassiker drauf.
Im Zuge der mörderischen Anschläge von Hoyerswerder, Mölln und Solingen, der Krawalle in Rostock und anderswo wurde die Skinheadszene per se verteufelt und eine gleichmacherische Indizierungswelle brachte auch die ersten Werke von Endstufe zur Indizierung. Auf dem linken Auge hingegen war die BpjS weiterhin sehr nachsichtig, denn nur vereinzelt trifft es eine Platte mit linksterroristischen Liedern. Die Split-LP wurde sogar bundesweit beschlagnahmt, da die Volksgemurmel-Beiträge nicht demokratiekonform waren. Den Endstufe-Teil der Platte kann man aber bis heute auf der Zusammenstellung „Wir kriegen euch alle“ der Band frei erwerben.
In steter Beständigkeit folgten die LPs “Schütze deine Kinder“, „Die Welt gehörte uns“, „Der Tod ist überall“, „Live Mallorca 98“, „Mit den Jungs auf Tour“ u.a., diverse Samplerbeiträge wurden eingespielt und ESE beteiligten sich an mehreren Projekten.
2006 landeten die Bremer dann pünktlich zum 25 jährigen Bandgeburtstag einen Treffer mit dem geilen Album “Feuer frei!“. Mit Krachern wie dem Titelstück, „Wo wir sind, brennt die Luft“, „Für Euch“, „Die bösen Deutschen“, „Unsere Kneipe“, „Oberkörper frei“, oder dem Slime-Cover „Linke Spießer“ zeigten sie nicht nur alten und neuen Fans, daß Endstufe immer noch eine Band mit Hitgarantie ist, sondern sie schlugen damit auch mitten in die Fresse der PC-Heinis, Dummschwätzer oder Besserwisser.
2007 kam die Split-Scheibe „Wir sind keine Engel“ mit der befreundeten Band Last Riot auf dem Markt und auch hier konnten Endstufe wieder ihr Können beweisen und trotz der guten Sachen von Last Riot sind auch hier Endstufe eindeutig der bessere Part. Wieder einmal besingen ESE mit viel Sozialkritik und Hang zur Szene das Leben. (Ich habe hier jetzt nicht jedes Album, oder jede Veröffentlichung von Endstufe aufgezählt, sondern nur einige erwähnt. Auch habe ich lediglich zu meinen Lieblingsalben noch ein paar Worte gesagt und nicht jede Veröffentlichung kommentiert.)
Live waren Endstufe nun auch international eine gern gesehene Band. Der Mallorca-Gig veranlaßte die Medien zu einer widerlichen Hetzkampagne gegen die Band. Anfang des neuen Jahrhunderts wurde es dann auch erstmal etwas ruhiger um Endstufe. Man hatte keinen Übungsraum mehr und die Band bestand quasi nur auf dem Papier... 2003 absolvierte Brandy zusammen mit Gastmusikern in Österreich ein sehr gutes Konzert. Dies war Grund für mehr... Nach zwei Jahren Ruhe war auch ein neuer Proberaum da und 2005 gastierten ESE in Brügge, Belgien, und zeigten der Szene, daß mit Endstufe nach wie vor zu rechnen ist. 2006 gab es dann auch mal wieder einen Gig in ihrer Heimat Bremen. Auch startete man einige Konzerte im In- und Ausland. So spielten die Jungs neben Deutschland auch wieder in Belgien, Italien und sogar Brasilien. Letzteres Konzert rief auch wieder die Presseschmierer und Antifa auf den Plan, die ihre Hetze gegen Endstufe neu entfachten. Der Gig fand dessen ungeachtet statt.
Musikalisch lehnte sich die Gruppe immer an die englische Oi!-Szene an. Noch besser aber kann man die Musik Endstufes mit ihren eigenen Worten umschreiben. Das zweite Album der Bremer hieß „Skinhead Rock'n'Roll“ und genau das dürfte den Stil der Band am besten beschreiben...;-) Endstufe spielen keinen Punk, Endstufe spielen Skinhead Rock'n'Roll!!! Die Texte sind meist auf deutsch und behandeln die typischen Dinge des Alltags, Kritik gegen die Gesellschaft und das System, sowie Stolz und Patriotismus und den way of life der Skinheads. Aber auch der politische Alltag, Armut, Terrorismus, Vergewaltigung o.ä. finden Einfluß in die Texte. Also eigentlich das, was auch die Bands von der Insel in den 80ern von sich gaben (natürlich im Kontext der Zeit) ohne verteufelt zu werden. In ihren Liedern waren und sind Endstufe immer unbequem und kritisieren auch mal die eigene Szene, was vielen anscheinend nicht in den Kram paßt. Dabei vergessen sie aber nie den Bezug zur Skinheadszene und den Spaß und auf jeder Veröffentlichung bekommt jeder Skinhead auch seine Portion Partymusik ab... Im Zuge des aufkeimenden PC-Gehabes wurde ESE, mit Enden des letzten Jahrhunderts, immer mehr in die rechte bis gar neonazistische Ecke gestellt. Im Gegensatz zu anderen Bands interessiert es die Band aber einen Scheiß und sie gehen weiter ihren Weg ohne sich irgendwo einzuschleimen zu müssen und gerade das dürfte diese Band so beliebt und eben auch authentisch machen. Nächstes Jahr steht das 30jährige Jubiläum an und das zeigt doch, daß eine der ältesten deutschen Skinheadkapellen immer noch da und beliebt ist.
Was das Lineup der Band betrifft, so wurde das im Laufe der Jahre immer wieder gewechselt. Lediglich Brandy, Jens Brandt, ist von der Ur-Besetzung noch dabei. Lutz-Gitarre, Brandy-Gesang & Bass, Ralf- Schlagzeug gehörten zur Ur-Besetzung. Ralf wurde kurze Zeit später durch Jens ersetzt. Dieser war dann auch für den Bandnamen ENDSTUFE zuständig. Aber auch Jens hielt es nicht ewig in der Gruppe und Frank stieß hinzu. Erst als Bassist und später dann am Schlagzeug. 83 ging Lutz und Brandy wechselte an die Gitarre. Holgi wurde als Sänger in die Band integriert und spielte später auch Baß, da andere Bassisten nicht zur Band paßten bzw. das Geforderte nicht erfüllten. Holgi und Frank gingen nach Erscheinen des Debut-Albums, was für Endstufe nach dem Erfolg mit der Platte natürlich ein Tiefpunkt war. Hergen kam ans Schlagzeug und Lars zupfte fortan den Baß. Für zwei Konzerte kehrte Frank nochmal zurück. Nach Veröffentlichung der „Skinhead R'n'R“-LP verließ Lars die Band und Jens kam zurück ins Boot. Er übernahm jetzt den Baß-Part. Hergen ging Anfang der 90er aus persönlichen Gründen. Jürgen war dann für kurze Zeit der neue, er wirkte auch an der“Glatzenparty“ mit. Für Jürgen wurde Armin verpflichtet. Für Armin kam später Frank wieder zurück in die Band. Anfang der 2000er verließ Jens die Band, was ein extremer Tiefschlag für die Band war. Jens hatte die Lust an der Musik und der Szene verloren. 2002 kam dann Matze an den Baß. Dann wurde es erstmal ruhig um Endstufe. 2005 kam dann Kuchen als zweiter Gitarrist zur Band. Frank hingegen fand kaum noch die Zeit zum Proben und so mußte auch hier ein Ersatz her. Löh kam, sah und spielte... Kuchen verließ 2006, kurz nach dem Bremen-Konzert, die Band, so stieß kurze Zeit später Christian zur Gruppe und es konnte weitergehen. Die aktuelle Besetzung ist: Brandy – Gesang und Gitarre, Matze – Baß, Christian – Gitarre und Löh – Schlagzeug.
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